Fahrer fuhr davon - Zeugin gesucht

Wer hat mich in Laim umgefahren?

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Am Tag danach zurück an der Unfallstelle. „Hier hat mich das Auto erwischt“, sagt Wolfgang M. Prinz. Und: „Ich trug zwar einen dunklen Mantel, aber leuchtende Blumen am Hut“

München - Auf dem Weg zurück vom Einkaufen wurde Wolfgang M. Prinz von einem Auto angefahren. Der Unfallfahrer machte sich aus dem Staub - nun hofft der Maler auf eine Zeugin.

Das hätte ganz furchtbar ausgehen können: Der Münchner Maler Wolfgang M. Prinz (67) ist am Montagabend in Laim von einem Auto angefahren worden, wie er der tz berichtet. Prinz: „Das war wie im Horrorfilm. Ich war danach noch stundenlang völlig verdattert. Ich hatte Riesenglück, dass ich nur leichte Prellungen an der rechten Hand davongetragen habe. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was da alles hätte passieren können. Wäre ich schwerer an der Hand verletzt worden oder vielleicht an den Augen: Ich hätte ja nicht mehr malen können …“

Tatsächlich war Prinz auch kurz vor dem Unfall noch an der Staffelei – gerade arbeitet er an mehreren Portraits, unter anderem an einem des verstorbenen Augustiner-Chefs Jannik Inselkammer († 45). Nach dem Malen, kurz vor 18 Uhr, machte sich Prinz auf den Weg zum Einkaufen. Bei einem Supermarkt am Hönigschmidplatz holte er Lebensmittel. Prinz: „Ich bin dann mit meiner Einkaufstasche in Richtung Bushaltestelle gegangen. Dazu habe ich den Hönigschmidplatz schräg überquert. Ich habe mich natürlich vergewissert, dass kein Auto kommt.“

Das war allerdings eine Fehleinschätzung! Aus der Agricolastraße, die in den Platz mündet, kommt doch ein Wagen – in Prinz’ Erinnerung ein grauer Renault. Der Maler sagt: „Der war viel zu schnell dran, ist richtig rangerauscht. Ich habe noch versucht, auszuweichen, hab das aber nicht mehr geschafft.“ Und: „Ich hatte das Gefühl, der hat mich richtig anvisiert! Ich habe ihm in die Augen gesehen …“ Der Wagen erwischt Prinz, schleudert ihn auf die Motorhaube. Der Maler sagt: „Gott sei Dank habe ich früher Karate gemacht. Mit einer Abrollbewegung habe ich die Wucht ein bisschen gemildert. Und die Einkaufstasche war wie ein Polster zwischen mir und dem Auto.“

Der Maler erinnert sich, dass er den Fahrer angeschrien hat: „Sind Sie narrisch?“ Der Mann im Re­nault habe das Fenster runtergelassen und sich entschuldigt. Prinz sagt: „Der hat nicht mal gefragt, wie es mir geht! Wenigstens das hätte ich erwartet – und aussteigen hätte er auch können … Der Mann war ganz jung, vielleicht 20 Jahre alt und recht gut gekleidet. An mehr kann ich mich nicht erinnern.“ Auch nicht ans Kennzeichen. Der Wagen, so Prinz, sei einfach davongefahren.

Wolfgang M. Prinz hat schon viele Prominente porträtiert, darunter auch Alt-OB Christian Ude.

Eine Frau, die an der Bushaltestelle wartete, habe den Unfall mitbekommen. Prinz: „Sie hat vermutet, dass der Fahrer vielleicht unter Drogen stand. Ich selber könnte mir auch vorstellen, dass er den Führerschein noch nicht recht lang hat, dass er vielleicht Gas und Bremse verwechselt hat …“

Ob sich das je klären lässt? Fraglich. Denn Prinz ging erst rund zwei Stunden später zur Polizei. „Ich habe mit einem sehr netten Beamten gesprochen. Der hat dann aber gemeint, da sei wohl nicht viel zu machen – schließlich kann ich ja kaum konkrete Angaben machen …“ Prinz sah deshalb von einer Anzeige ab. Sollte sich die Zeugin noch melden, könnte sich das aber noch ändern .

Uli Heichele

Uli Heichele

Uli Heichele

E-Mail:Uli.Heichele@tz.de

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