Polizei rätselt: Wer hat das Geld abgegeben?

20.000 Euro in Badematte eingewickelt und Flüchtlingen gespendet

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In diesem Gebäude liegt die Kleiderkammer.

Laim - Eine ominöse Spende an Asylbewerber gibt der Polizei Rätsel auf. Sie bittet nun den Geldgeber sich zu melden.

Sie wollten eine alte Badematte einsortieren, da fiel ihnen ein kleines Vermögen vor die Füße: 20.000 Euro! Eine 61-jährige Münchnerin und ein afghanischer Asylbewerber, die ehrenamtlich in einer Kleiderkammer der Caritas an der Elsenheimerstraße arbeiten, warfen einen kurzen Blick in die beiden Umschläge, sahen das viele Geld – und alarmierten die Polizei.

Beamte der Laimer Inspektion stellten die Kuverts zunächst sicher und leiteten sie später ans städtische Fundbüro weiter. Obwohl das Geld in einer gespendeten Badematte eingewickelt war, wird es wie eine Fundsache behandelt. „Denn das Geld hat ja höchstwahrscheinlich keiner bewusst gespendet“, sagte ein Pressesprecher der Polizei.

Woher die Badematte stammt, ist unklar. Mit großer Wahrscheinlichkeit gelangte sie mit einer Lieferung aus Altkleider-Sammelcontainern in die Kleiderkammer. Rätselhaft ist natürlich auch, wie das Geld in die Matte gelangte. Und dafür gäbe es mehrere Erklärungen. Eine davon ist, dass irgendwer das Geld vielleicht vor Jahren sorgfältig einwickelte, es vergaß und nun die Badematte versehentlich spendete. Ebenfalls nicht auszuschließen: Die Person, die das Geld einst eingewickelt hat, könnte verstorben sein. Und der oder die Spender haben sich getäuscht, als sie die vermeintlich wertlose Badematte aus dem Nachlass in einen Sammelcontainer warfen.

Möglich ist auch, dass jemand das Geld unauffällig loswerden wollte – oder dass es sich um Schwarzgeld handelt, dessen Verlust der Eigentümer nicht melden will. Beim städtischen Fundbüro München könnten in den nächsten Tagen die Telefonleitungen glühen. Möglicherweise werden mehrere Anrufer behaupten, der Eigentümer des Bargeldes zu sein. Aber nur der wahre Eigentümer dürfte die Stückelung des Geldes sowie Form, Material und Farbe der Badematte und Kuverts kennen.

Wenn sich binnen sechs Monaten niemand meldet, wird das Fundbüro das Geld, das mittlerweile auf ein städtisches Konto eingezahlt wurde, dem Finder überweisen. Ein Rechtsanwalt bezweifelte jedoch auf Anfrage dieser Zeitung, dass die 61-Jährige und ihr afghanischer Kollege das Geld bekommen: Vielmehr gelte in diesem Fall vermutlich die Caritas selbst als Berechtigte. Hinweise, die zum Eigentümer der 20 000 Euro führen, nimmt die Polizei unter Tel. 089/ 2910-0 entgegen.  

Hüseyin Ince

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