Serie: Das bringt 2016 für den Stadtbezirk

Laim: Ein Edeka im Kaufhaus Beck - und weitere Pläne

Seit Jahren bei den Laimern als „Schandfleck“ verschrien: das ehemalige Kaufhaus Beck an der Fürstenrieder Straße. Foto: ms

München - Edeka zieht in das alte Kaufhaus Beck, neue Wohnungen und mehr Nahverkehr - auch in Laim stehen im neuen Jahr viele Projekte an. Hier gibt es einen Überblick über den Stand der Pläne.  

Das ehemalige Kaufhaus Beck an der Fürstenrieder Straße ist für viele ein Ärgernis. Es verfällt seit Jahren und gilt als Schandfleck. Doch kürzlich verkündete der neue Eigentümer gute Neuigkeiten. Er will das Gebäude zügig umbauen und mit Handelsflächen, Büro- und Gewerberäumen ausstatten. Ein Mietvertrag mit Edeka Südbayern wurde bereits unterschrieben. Der Projektentwickler „ehret+klein“ will Anfang 2016 den Antrag auf Baugenehmigung einreichen. Vorgesehen ist ein Vollsortimentsmarkt, zudem eine Bäckerei und ein Café. Bei einem Baubeginn im Frühjahr oder Sommer 2016 rechnet der Projektentwickler damit, dass das Projekt 2017 fertiggestellt wird.

800 neue Wohnungen fürs Viertel

Weiter Geduld gefragt ist dagegen bei der geplanten Bebauung des Areals an der Zschokkestraße und der Westendstraße. Anvisiert ist dort ein neues Quartier mit mindestens 800 neuen Wohnungen. Also deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen. Momentan werden die Pläne überarbeitet und angepasst. Denn die Bedingungen haben sich geändert: Der benachbarte Busbetriebshof soll 2018 an einen anderen Standort verlegt werden. Für das neue Quartier soll spätestens bis dahin auch Planungssicherheit bestehen. Einige Jahre später könnte dann der Bau starten. Momentan werden dort Container als Zwischenlösung aufgestellt: Für zwei Kindertagesstätten und eine Flüchtlingsunterkunft.

Reizthema Laimer Unterführung

Seit Jahren fordern die Laimer vehement die Realisierung der geplanten Umweltverbundröhre. Ein absolutes Reizthema, da die vorhandene Unterführung, die unter der S-Bahntrasse verläuft und die Fürstenrieder Straße und die Wotanstraße verbindet, dunkel und zu eng ist. Bei der Bürgerversammlung 2015 machte der Chef des Laimer Bezirksausschusses, Josef Mögele (SPD) erneut Druck. Die Umweltverbundröhre, die die bestehende Unterführung auf der Ostseite ergänzen soll, müsse in Angriff genommen werden. „Es muss endlich eine stabile Finanzlage geschaffen werden“, so Mögele. Und zwar unabhängig von der zweiten Stammstrecke. Was diese angeht, könnten zwar 2016 schon „vorbereitende Maßnahmen“ beginnen, so kürzlich Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU). Doch wie schnell das Projekt dann wirklich startet, ist derzeit ungewiss.

Kulturzentrum fürs Viertel: Die Planungen laufen

Eine weitere nahezu unendliche Geschichte: Die Forderung nach einem Kulturzentrum in Laim. Der ursprüngliche Standort an der Hogenbergstraße war vor Jahren durch eine Anwohnerklage gekippt worden. Danach suchte die Stadt nach einer Alternative. 2014 fand sie ein Grundstück an der Ludwigshafener Straße, Ecke Westendstraße. Dort soll in einem Neubau neben weiteren Nutzungen auch ein Kulturzentrum für Laim und Sendling-Westpark entstehen. 2016 laufen die Planungen weiter.

Wird die U-Bahn wirklich verlängert?

Mitte 2015 hat die geplante Verlängerung der U5 vom Laimer Platz nach Pasing eine weitere wichtige Hürde genommen. Der Bauausschuss des Stadtrats beauftragte das Baureferat, einen Planfeststellungsbeschluss für das Projekt auszuarbeiten. Drei neue Haltestellen sollen zwischen Laim und Pasing entstehen. Als zusätzliche Option wurde festgezurrt, dass die Linie später nach Freiham verlängert wird. Der grobe Zeitplan sieht – vorausgesetzt der Beschluss ist erfolgreich – einen Baubeginn 2019 vor.

Kontroverse um Tram-Westtangente

Die geplante Tram-Westtangente spaltet Laim. Viele befürchten, dass der Bau der Trasse das Verkehrschaos auf der Fürstenrieder Straße weiter verschlimmert. Bei der Bürgerversammlung 2015 sprach sich eine knappe Mehrheit erneut gegen das Vorhaben aus. Die CSU-Stadtratsfraktion kann sich ebenfalls nach wie vor überhaupt nicht mit dem Projekt anfreunden. Damit ist zumindest eins für 2016 sicher: Der Streit um die Tram-Westtangente geht weiter.

Die Gewofag errichtet an der Brant- und Siglstraße 100 geförderte Wohnungen sowie zwei Kindertagesstätten mit insgesamt 200 Betreuungsplätzen. Voraussichtlich im März 2016 starte der erste Bauabschnitt, so Sabine Sommer, Sprecherin des Unternehmens. Die Gewofag investiert rund 28 Millionen Euro.

Neue Flüchtlingsunterkunft

2016 entsteht in Laim auf dem Areal an der Zschokkestraße eine neue Unterkunft für Flüchtlinge. Die Container werden derzeit bereits aufgestellt. 300 Menschen sollen dort untergebracht werden, befristet bis 2021. Die Eröffnung ist für Juli 2016 vorgesehen. Außerdem sollen in einem ehemaligen Bürogebäude an der Elsenheimerstraße 48 bis 50 gut 500 Plätze für Flüchtlinge entstehen. Im April ist die Eröffnung geplant. Die Unterbringung ist bis September 2018 vorgesehen. Mitte Januar gibt es dazu eine Informationsveranstaltung. Eine weitere Unterkunft mit 150 Plätzen – vorwiegend für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – ist an der Mitterhoferstraße geplant. Sie ist jedoch erst 2017 bezugsfertig.

Brigitta Wenninger

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