Lang Lang im tz-Interview: Sein Schlüssel zum Erfolg

Lang Lang bürgt für Frische - allerdings ohne Völlegefühl. In München spielt der Starpianist immer wieder gerne

München - Lang Lang tritt am Sonntag mit den Münchner Philharmonikern bei Klassik am Odeonsplatz auf. Vorher gab er der tz ein Interview.

Bei Lang Langs vergangenem Besuch bei Klassik am Odeonsplatz 2007 schien der Himmel dem tobenden Applaus mit Donner und Blitz Konkurrenz machen zu wollen. Und es sieht so aus, als würde den chinesischen Star-Pianisten das schlechte Wetter verfolgen. Auch an diesem Sonntag, beim Konzert mit den Münchner Philharmonikern unter Christoph Eschenbach, soll es regnen. Macht aber nix, oder? Das tz-Interview:

Haben Sie trotz des Wetters gute Erinnerungen an den Odeonsplatz?

Lang Lang: Auf jeden Fall. Es hat damals erst während meiner Zugabe zu regnen begonnen. Und der Platz hat eine unglaubliche Atmosphäre. Als Musiker spielt und übt man ja immer drinnen. Da ist es ganz schön, auch mal rauszukommen.

Diesmal werden Sie mit Christoph Eschenbach und den Münchner Philharmonikern auftreten.

Lang: Ja, und darauf freue ich mich mindestens genauso wie aufs damalige Konzert unter Mariss Jansons. Maestro Eschenbach ist fast wie ein zweiter Vater für mich. Schließlich hat er mich seinerzeit entdeckt und mir zum Durchbruch verholfen. Auch wenn mir das schon sehr lange her zu sein scheint – zwölf Jahre sind es mittlerweile schon.

Nach Ihrem Auftritt bei Olympia und der Fußball-EM scheinen Sie heute der Spezialist für Freiluft-Konzerte zu sein. Stört Sie dieses Etikett?

Lang: Natürlich kennen mich die meisten Leute vor allem deshalb. Aber so viele Events wie früher mache ich inzwischen nicht mehr. Diesen Sommer sind es gerade mal zwei – in München und Ravinia. Es ist ein entspannteres Jahr.

Ihr Kalender ist dennoch ziemlich gut gefüllt. Haben Sie da nicht manchmal Angst, dass Ihre Karriere zu schnell und zu steil verläuft?

Lang: Nein, weil bei mir trotzdem alles Schritt für Schritt gekommen ist. Auch wenn diese Schritte manchmal sehr schnell waren. Doch ich habe mich nie zu etwas gedrängt gefühlt. Es war einfach das, was ich schon immer machen wollte.

Aber brauchen viele Werke nicht auch Zeit, um im Interpreten zu reifen?

Lang: Sicher. Aber dadurch, dass ich sehr früh begonnen habe, begleiten mich diese Werke ja auch schon sehr lange. Und gerade, wenn du jung bist, helfen dir anspruchsvolle Stücke auch dabei, deine Technik zu verbessern und zu festigen. Darüber muss ich mir heute nicht mehr ganz so viel Gedanken machen. Jetzt geht es eher darum, was ich mit der Musik ausdrücken möchte.

Und was wäre das zum Beispiel bei Liszts erstem Klavierkonzert, das Sie an diesem Sonntag spielen werden?

Lang: Man hört oft, Liszt wäre hier nur auf den Effekt aus. Aber meiner Meinung nach steckt viel mehr Tiefe in seiner Musik. Liszt ist für mich ein Gott. Zum Glück hat er nach seiner Pianisten-Laufbahn auch noch lange unterrichtet. Durch seine Schüler und deren Schüler lebt so vieles von ihm bis heute weiter.

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