Langhans: Nackte gehören im Englischen Garten dazu

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Der Hippie mit der silber-grauen Mähne: Rainer Langhans (70) liebt den Englischen Garten – und macht seine Mediationsübungen am liebsten nackt. "So hat Gott mich erschaffen", sagt er

München - Er ist der Vorzeige-68er, der Uschi-Obermaier-Freund, Begründer der Kommune 1 – und überzeugter Nudist: Rainer Langhans, heute stolze 70 Jahre alt, liebt und lebt den Englischen Garten.

Er ist der Vorzeige-68er, der Uschi-Obermaier-Freund, Begründer der Kommune 1 – und überzeugter Nudist: Rainer Langhans, heute stolze 70 Jahre alt, liebt und lebt den Englischen Garten „Ich brauche Natur um mich herum, will mich freifühlen. Wo kann man denn besser entspannen, als in Münchens Stadtpark?“

Anzutreffen ist Langhans überwiegend im ruhigeren Nordteil, er meidet die Touristenströme im Süden. Mal sonnt er sich allein, mal mit seinem „Harem“, wie er seine vier Freundinnen Christa, Brigitte, Jutta und Gisela bezeichnet. Dass er sich beim Sonnen und den Meditationsübungen meistens auszieht, finden nicht alle gut. „Oft werde ich angesprochen, ich soll mir was überziehen. Aber für mich ist Nacktheit ein Zeichen von Freiheit, nicht von Provokation“, sagt der 70-Jährige. Das Schamgefühl der heutigen Jugend kann er nicht verstehen: „Nackt sein ist doch ein wunderbares Gefühl, so hat Gott uns erschaffen.“ Außerdem gehören sie dazu zum Englischen Garten, meint Langhans, die Nudisten und Nacktbader. „Was wäre der Park ohne sie?“

Früher, so erinnert er sich, war vor allem die Stelle um den Monopteros Treffpunkt der 68er-Bewegung. „Hier haben wir gefeiert, diskutiert, Fußball gespielt und auch Drogen konsumiert, das muss man ganz offen sagen.“ Doch die Zeiten sind vorbei, heute trinkt und raucht Langhans nicht mehr, er achtet auf seine Ernährung und treibt viel Sport – natürlich auch im Englischen Garten. Das zahlt sich aus: Mit seinen 70 ist er schlank und fit wie ein Junger. Wenn der Winter kommt, dann ist erst mal Schluss mit Sonnen und Nacktbaden im Park. Dann geht der Kommune-1-Begründer gerne mal zum Schlittschuhlaufen auf den Kleinhesseloher See.

Erkannt wird er bei seinen Unternehmungen oft: „Manche Leute sprechen mich an, manche gehen fünf Meter hinter mir und wollen mithören, wenn ich mich mit jemanden unterhalte.“ Genervt ist er davon aber nie. Im Gegenteil, er hat ein offenes Ohr für alle. Egal, ob sich Schulklassen oder Studenten für ihn interessieren, die wissenschaftliche Arbeiten über die 68er-Bewegung verfassen wollen oder die Menschen ganz einfach neugierig auf einen Mann sind, der ein so anderes Leben führt und geführt hat: Geduldig geht Rainer Langhans Anrufen, E-Mails und Anfragen aller Art nach. „Ich freue mich, dass so viele Leute immer noch so viel über mich und mein Leben wissen wollen, das kann ja wohl nicht jeder von sich behaupten.“

Nina Zeller

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