Leerstandsmelder macht Pause

Leerstand 089: Wegen Erfolg geschlossen

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Max Brandl (v.l.), Lisa Rüffer, Magnus Hartl und Max Heisler sind das Team hinter dem Leerstandsmelder.

München - Weil das ehrenamtliche Team den Ansturm der Meldungen über leerstehende Wohnungen nicht mehr Herr wird, ist die Internetseite Leerstand089 vorübergehend geschlossen.

Vor zehn Monaten ging Leerstand089 an den Start – bei diesem Projekt des Bündnisses bezahlbares Wohnen können Münchner Bürger leer stehende Wohnungen auf einer Internet-Seite melden. Das heißt: nicht „können“, sondern „konnten“ … Denn: Die Resonanz hat die Initiatoren überwältigt, das ehrenamtliche Team konnte den Ansturm an Informationen nur mühsam bewältigen. Jetzt soll der Münchner Leerstandsmelder auf professionelle Füße gestellt werden – und geht bis dahin vorübergehend vom Netz.

„Knapp 500 Einträge haben wir erhalten, und zu vielen davon habt Ihr uns weitere Details geschickt. Das freut uns, denn genau dafür haben wir Leerstand089 gemacht“, schrieb jetzt Lisa Rüffer in einer Rundmail an die Beteiligten. Sie ist eine der Initiatorinnen des Projekts. Die Macher sagen: „Die größtenteils unsichtbare Arbeit im Hintergrund ist ohne finanzielle Unterstützung nicht mehr zu stemmen. Wir sind nicht so schnell in der Recherche-Arbeit, wie wir uns das wünschen, und auch in vielerlei anderer Hinsicht gibt es noch einiges zu verbessern.“ Da die Flut von Leerstandsmeldungen nicht von den ehrenamtlichen Mitarbeitern bewältigt werden konnte, war es unmöglich, die Infos zu den Häusern und Wohnungen stets auf dem neuesten Stand zu halten. Rüffer: „Abstriche in der Projektqualität sind für uns dabei keine Option – im Gegenteil.“ Darum wurde Leerstand089 jetzt offline geschaltet, wenn auch nur vorübergehend. Rüffer: „Wir bemühen uns um eine zukunftsfähige Neuaufstellung von Leerstand089 – gemeinsam mit der Stadtpolitik.“ Sprich: Es gibt Bestrebungen, dass das Projekt künftig über Zuschüsse der Stadt finanziert wird, die so ein Projekt nicht selbst betreiben darf. Max Heisler, Vorsitzender des Bündnisses für bezahlbares Wohnen, hat noch andere Finanzierungsideen: „Wir können uns auch eine Kooperation mit Werbepartnern vorstellen. Diese dürfen aber keinesfalls aus der Immobilienbranche kommen, da das zu Interessenskonflikten führen könnte. Auch an Spenden sei zu denken. Die Seite soll also nur vorübergehend vom Netz gehen – und, so Lisa Rüffer, „sofern alles so läuft, wie erhofft, Anfang 2017 in rundum verbesserter Form zurückkehren“.

Heisler betont übrigens: „Es gab keine einzige Beschwerde von Eigentümern. Im Gegenteil: Viele waren froh, dass sie über unsere Seite erklären konnten, wieso es oftmals Probleme mit der Vermietung von Immobilien gibt. Manchmal sind sich Erbengemeinschaften nicht einig, manchmal gibt es Probleme mit der Baugenehmigung.“

Johannes Welte

Johannes Welte

Johannes Welte

E-Mail:Johannes.Welte@tz.de

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