Im Lehel

Pferd stirbt nach Kutschenfahrt

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München - Tragisches Ende einer Kutschenfahrt: Am Sonntag ist ein Pferd im Lehel gestorben. Die Polizei musste den Bereich absperren, um Schaulustige zu vertreiben.

Das traurige Ende eines stolzen Wiesn-Rosses im Münchner Hofgarten überschattete am Sonntag den letzten Oktoberfesttag. „Xaver“ hieß der erst vierjährige, bayerische Kaltblüter aus dem Stall der bekannten Deisenhofener Züchterfamilie Sterff. Sie züchten bereits in fünfter Generation Pferde. Diese schmücken seit Jahrzehnten jedes Jahr zur Wiesn-Zeit das Stadtbild und sind für die Hofbräu-Brauerei mit ihren prachtvoll herausgeputzten Gespannen unterwegs.

Am Sonntag lenkte Anton „Toni“ Sterff (29) seinen Vierspänner mit den vier Wallachen Karl, Nockherberg, Vulkan und Xaver mittags wieder durch die Stadt. Alle vier Rösser sind Süddeutsche Kaltblüter – reine Zugpferde, besonders nervenstark und ausgeglichen. „Am Hofbräuhaus war noch alles in bester Ordnung“, sagte Toni Sterff der tz. Der Weg in den Englischen Garten führte das Gespann um 15.30 Uhr durch den Hofgarten. „Der Xaver ging hinten rechts. Plötzlich wurde er unruhig. Seine Hinterhand begann zu schaukeln und wegzuknicken, als ob sie nicht mehr zu ihm gehören würde.“ Bevor sich die Unruhe auf das ganze Gespann übertrug, spannte Toni Sterff den Wallach schnell aus: „Wir haben einen Pferdetransporter bestellt, um den Xaver sofort in die Uni-Tierklinik bringen zu lassen.“ Doch so weit kam es nicht mehr. Mitten im Hofgarten brach der Wallach zusammen, versuchte immer wieder vergeblich aufzustehen. Zehn Polizisten waren notwendig, um das sterbende Pferd von den Schaulustigen abzuschirmen. Eine Tierärztin der Pferdeambulanz Riem versuchte, Xaver mit Infusionen wieder auf die Beine zu bringen. Vergeblich.

Schweren Herzens folgte Toni Sterff schließlich ihrem Rat. Noch im Hofgarten wurde das Tier sanft eingeschläfert. „Das Pferd stammte aus unserer eigenen Zucht, ich habe ihn selbst aufgezogen. Da hängt das Herz dran. Er war ein Tausendprozentiger. Ein Pferd, auf das ich mich immer verlassen konnte. So etwas ist in der langen Tradition unserer Familie noch nie passiert“, sagte Sterff. Er lässt Xaver in der Uniklinik untersuchen: „Ich möchte wissen, woran er gestorben ist.

dop/pk

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