Bub (5) braucht einen Stammzellenspender

Leukämie! Leonardos Kampf gegen das Krebs-Monster

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Leonardo auf dem Klettergerüst in seinem Kinderzimer.

München - Leonardo ist fünf Jahre alt und führt einen tapferen Kampf gegen das "Krebs-Monster" Leukämie. Der Bub braucht so schnell wie möglich einen Stammzellenspender.

Heute ist ein guter Tag, das sieht man Leonardo sofort an. Die Schaukel im Garten, die kleine Rutsche, später vielleicht das Kettcar und natürlich das Klettergerüst im Kinderzimmer – am besten macht er nachher alles einmal. Denn die Phasen, in denen das geht, sind berechenbar und kurz.

Erst zweieinhalb Monate liegt die Diagnose zurück, die das Leben des Fünfjährigen und seiner Familie komplett auf den Kopf gestellt hat: Leukämie. Etwas mehr als eine Woche war der Kleine davor krank gewesen. Ein grippaler Infekt, dachten die Eltern zuerst. Als Leonardo dann aber quasi über Nacht so schwach wird, dass er nicht mehr selber laufen kann, fährt Paolo Lucarelli an einem Samstagmorgen Anfang März mit seinem Sohn ins Klinikum Dritten Orden. Und dann geht alles ganz schnell. Blutbild, Ultraschall – Leonardos Milz ist vergrößert, um das Herz und die Lunge hat sich Flüssigkeit angesammelt. Wenig später beginnt im Haunerschen Kinderspital die Behandlung.

Leonardo (5), Schwester Kathi (3) und die Eltern Ulli und Paolo Lucarelli.

Wie Leonardo ergeht es pro Jahr etwa 500 Kindern und Jugendlichen. Schlagartig beginnen die weißen Blutzellen, sich unkontrolliert zu vermehren. Die entarteten Zellen überschwemmen den Blutkreislauf: Es fehlen funktionsfähige weiße Blutkörperchen, die Infektionen bekämpfen. Und rote, die den Sauerstoff in die Körperzellen transportieren. Erste Maßnahme ist eine konventionelle Chemotherapie. „Das Ziel ist es, dass nach dieser Zeit im Blut keine Leukämiezellen mehr nachweisbar sind“, erklärt Dr. Vera Binder, die behandelnde Ärztin von Leonardo. „Leider hat sein Körper auf diese Therapie nicht ausreichend angesprochen.“

Der kleine Kerl weiß, warum er jetzt eine aggressivere Chemotherapie in Hochdosisblöcken braucht, die Ärzte und seine Eltern haben es ihm kindgerecht erklärt. „Die Chemo-Ritterhaie in seinem Blut fressen die Krebsmonster“, sagt Mama Ulli. „Aber die sind natürlich ganz schön wild und gefährlich, und deshalb tut auch manchmal der Bauch weh und der Mund.“ Die Mukositis, eine Entzündung der Schleimhäute infolge der Chemotherapie, nimmt Leonardo mit am meisten mit. Wenn es schlimm ist, quält ihn jeder Schluck und jeder Bissen. Und wenn er in einer Behandlungsphase hoch dosiertes Cortison bekommt, ist genau das Gegenteil der Fall. Riesige Berge von Nudeln verdrückt er dann, „und wenn er plötzlich Heißhunger auf Schweinswürstchen mit Kartoffelbrei bekommt, dann schauen wir, dass wir nachts um zwei Schweinswürstchen mit Kartoffelbrei herbekommen.“

Auf die zweite Chemotherapie hat Leonardo gut angesprochen, was er jetzt braucht, ist eine Stammzellentransplantation, weshalb Verwandte und Freunde der Familie für kommenden Samstag einen Typisierungstag organisiert haben (siehe unten). Leonardos Eltern wissen genau, was ihnen bis dahin bevorsteht: Nach der Hochphase baut Leonardos Körper ab, die Schleimhäute in Mund und Magen entzünden sich, die Gliederschmerzen nehmen zu und irgendwann kommt das Fieber. Eine halbe Stunde bleibt ihnen dann, um ins Krankenhaus zu kommen. „Klar hast du immer im Hinterkopf, dass es nicht alle schaffen“, sagt sein Vater. Aber dann schauen er und seine Frau sich ihren Sohn an und sehen, wie er kämpft. Und das machen sie auch.

Die Typisierung am Samstag

Die Typisierungsaktion in Zusammenarbeit mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern findet am Samstag von 11 bis 16 Uhr im Katholischen Pfarramt Maria Himmelfahrt in der Höcherstraße 14 in München Allach statt. Registrieren lassen können sich alle, die gesund und zwischen 17 und 45 Jahren sind. Folgendes Spendenkonto wurde eingerichtet: Kontoinhaber: Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB), IBAN: DE75 7025 0150 0022 3947 38, BIC: BYLADEM1KMS, Kennwort : Leonardo. Mehr Infos: https://leonardowirdgesund.wordpress.com

Ann-Catherin Karg

Ann-Catherin Karg

E-Mail:onlineredaktion@tz.de

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