"Skandal im Sperrbezirk" und Co.

In diesen 13 Songs steckt pures Münchner Lebensgefühl

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In München herrscht ein besonderes Flair. 

München - Millionenmetropole, Landeshauptstadt und nördlichstes Dorf Italiens. Das alles ist unser München. Diese Stadt umgibt ein ganz besonderes Lebensgefühl, welches auch in einigen Liedern und Songs zum Ausdruck kommt. 

Das Münchner Lebensgefühl ist etwas besonderes. Ein Spaziergang durch die Kaufinger Straße, ein gemütlicher Abend im Biergarten, oder an einem heißen Sommertag die Füße in den kühlen Eisbach tauchen. In mehreren Songs wird dieses Lebensgefühl wiedergegeben. Ob man jetzt „nackert durch'n Englischn Gartn“ rennt, im Bierzelt "Ein Prosit der Gemütlichkeit" trällert oder mit dem Taxi "rechts herum durchs Siegestor, vorbei an Hellabrunn" fährt. In der Stadthymne wird klar: „Solang der Alte Peter noch am Petersbergerl steht, stirbt die Gemütlichkeit in München niemals aus.“ Neben einigen Klassikern gibt es aber auch durchaus neuere Lieder. 

Hier sind die schönsten Songs, die das so einzigartige Münchner Lebensgefühl transportieren:

Klassiker:

Es gibt zahlreiche bekannte Lieder, die sich um die bayrische Landeshauptstadt drehen:

Inoffizielle Stadthymne Münchens: "Solang der alte Peter"

Der Alte Peter ist Münchens älteste Kirche. 

Hätten Sie gewusst, dass München eine Stadthymne hat? Nein? Nun, wirklich bekannt ist diese auch nicht, obwohl es sie bereits seit 1880 gibt, also mehr als 130 Jahre. Ursprünglich komponiert wurde sie vom Wiener Volkssänger Wilhelm Wiesberg Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Text damals bezog sich auf den "alten Steffel am Stephansplatz" in Wien. Der Münchner Michl Huber dichtete 1880 den Text um, aus dem Steffel wurde der Alte Peter. Auch die Melodie wurde etwas abgeändert, allerdings weiß man nicht, von wem. 

Im Text wird natürlich der im Namen erwähnte Alte Peter, die Isar und das Hofbräuhaus am Platzl besungen. Denn solange diese Gebäude noch stehen, beziehungsweise die Isar noch durch München fließt, stirbt auch die Gemütlichkeit in München niemals aus. 

Eine der bekanntesten Versionen stammt von dem im Dezember 2015 verstorbenen Münchner Volkssänger Franzl Lang:

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Spider Murphy Gang: "Sommer in der Stadt"

Wenn eine Band den Münchner Spirit verkörpert, dann ist das die Spider Murphy Gang: Mit bayerischem Rock waren die Münchner während der Neuen Deutschen Welle in den 1980er Jahren sehr erfolgreich. Sogar ein Nummer 1-Hit war dabei. "Sommer in der Stadt" ist eine Liebeserklärung der Liedermacher an ihre Heimat München. Im Song geht es darum, wie jemand einen heißen Sommertag in der bayerischen Landeshauptstadt verbringt: "I renn nackert durch‘n Englischen Garten", "I kauf mir a Maß am Chinesischen Turm" oder "I renn zur Gaudi durch‘n Brunna am Stachus" sind nur einige Beispiele, welche Möglichkeiten sich in der schönsten Stadt der Welt bieten. Auch Baden in der Isar, flanieren auf der Leopoldstraße oder einfach nur zusammen in einem der vielen Parks liegen sind traumhafte Alternativen und geben so schön das Münchner Lebensgefühl wieder. 

Hommage an den Bierpalast: "In München steht ein Hofbräuhaus"

Das Münchner Hofbräuhaus ist das bekannteste Bierhaus der Welt.

1935 komponierte der Berliner Wilhelm "Wiga" Gabriel diesen musikalischen Walzer zum Text seines Freundes Klaus Siegfried Richter. Bereits in den folgenden Jahren wurde das Lied zu einem Schlager und kam auch im Hofbräuhaus an. Als Dank bekam Gabriel einen riesigen Bierkrug geschenkt. Die Melodie erinnert ein wenig an die unserer Stadthymne, auf welche sich Gabriel auch stützt. Der Text spiegelt die in München tief verankerte Bierkultur wieder. 

Heute ist das Lied vor allem während des Oktoberfestes ein wahrer Hit und gehört zum Standardrepertoire jeder Blaskapelle. Auch dank des einfachen Refrains "In München steht ein Hofbräuhaus, oans, zwoa gsuffa". Die wohl bekannteste Version ist ebenfalls von Franzl Lang:

Fredl Fesl: "Taxilied" / "Ich will nicht nach Dachau"

Münchens wohl längste und bekannteste Taxifahrt wird im "Taxilied" von Fredl Fesl besungen. Der in Niederbayern geborene Fesl kam als Jugendlicher mit seinen Eltern nach München. 1976 schrieb er das sogenannte "Taxilied", das oft auch mit "Ich will nicht nach Dachau" angekündigt wird. 

Eigentlich möchte der Fahrgast vom Fraunhofer in der Isarvorstadt über die Giesinger St.-Martins-Straße nur in die Ottobrunner Straße nach Ramersdorf, eine Autofahrt von 15 Minuten. Doch leider trüben "fünf, sechs Mass" die Wahrnehmung des Gastes ein wenig und schon bald ist er eingeschlafen. Das macht sich der Taxifahrer zu Nutze. Denn als der Fahrgast das erste Mal erwacht, stellt er fest "in Giesing steht ein Fernsehturm beim Arabellahaus". Seltsam, denn der Fernsehturm steht eigentlich im Olympiapark in Milbertshofen-Am Hart. Und auch das Arabella-Hochhaus befindet sich woanders. Nämlich im Arabellapark in Bogenhausen. "Dann rechtsherum durch's Siegestor, vorbei an Hellabrunn, da siegst a Schild nach Allach doch da kuemmerst dich nicht drum". Nach weiteren Stationen, über die er sich wundert, dass sich dies alles in Giesing befindet, landet er schließlich doch in München-Ost. Den hohen Fahrpreis kann er sich trotz des günstigsten Tarifs jedoch nicht erklären. 

Hier geht es zum „Taxilied“ von Fredl Fesl.

Schickimicki bei der Spider Murphy Gang: "Schickeria"

"Ja in Schwabing gibt‘s a Kneipen, die muss ganz was b‘sonders sei". Das Schickera im Münchner Szeneviertel Schwabing. "Da lassens solche Leit, wie di und mi erst gar net nei". Eine Anspielung auf die Schickimicki-Szene in München. Jedoch bezieht sich der Text auf das Schwabinger Lokal aus den 80er Jahren. Trotzt alledem passt der Songtext zur Schickiszene dieser Zeit. Die Thematik wurde auch durch den Münchner Regisseur Helmut Dietl in seinen beiden Kultserien Monaco Franze und Kir Royal aufgegriffen. 

Bis heute gilt München als sehr teuer und mit vielen exklusiven Örtlichkeiten, wie der Maximilianstraße oder dem P1. 

Die Münchener Freiheit mit "Ohne dich schlaf' ich heut' Nacht nicht ein"

"Das was ich will bist du". Eine klare Liebeserklärung der Münchner Band, die sich nach dem Café am fast gleichnamigen Platz in Schwabing benannt hat. Der Platz hat nämlich ein "e" weniger: Münchner Freiheit. Die nette Dame wird im Text übrigens nicht namentlich erwähnt, ganz im Gegensatz zum nächsten Lied. 

Spider Murphy Gang III: "Skandal im Sperrbezirk"

Bereits zweimal ist die Spider Murphy Gang bei besonderen Münchner Songs dabei, mit "Skandal im Sperrbezirk" schafften sie ihren bundesweiten Durchbruch. Zwar boykottierten Fernsehen und Radio den Song zu Beginn aufgrund der Thematik der Prostitution, die die Band als Reaktion auf die Neugestaltung des Münchner Sperrbezirks aufgriff. Im Mittelpunkt steht dabei die Dame Rosi, die den Männern regelmäßig den Kopf verdreht und den restlichen Prostituierten die Show stiehlt. Die 32168 ist die bis heute wohl bekannteste Telefonnummer Deutschlands. 

Weiß Ferdl: "Ein Wagen von der Linie 8"

Ein Wagen von der Linie 8 ist der Titel und eine Hauptzeile von einem Lied des Münchner Komikers Weiß Ferdl. In erster Linie wird darin der vergebliche Versuch einer älteren Dame, mit der inzwischen eingestellten Trambahnlinie 8 zum Max-Weber-Platz zu gelangen, besungen. Überhaupt wird die Münchner Trambahn liebevoll und bissig zugleich von all ihren schlechten Seiten dargestellt. 

Fußball-Hymnen:

Münchens Status als Fußballhauptstadt Deutschlands ist wohl unumstritten. Mit dem FC Bayern als Rekordmeister, dem TSV 1860 München in der zweiten Liga und als Gründungsmitglied der Bundesliga und weiteren kleineren Vereinen, wie Ex-Bundesligist SpVgg Unterhaching. 

Vereins-Hymne des FC Bayern: Stern des Südens

"Welche Münchner Fußballmannschaft kennt man auf der ganzen Welt? [...] FC Bayern, Stern des Südens, du wirst niemals untergehen, weil wir in guten wie in schlechten Zeiten zu einander stehen. FC Bayern Deutscher Meister ja so heißt er, mein Verein, ja so war es und so ist es und so wird es immer sein." Das ist der Refrain, geschrieben von Willy Astor, zusammen gesungen mit den Bayern Fans United. Seit jeher wird die offizielle Bayern-Hymne bei Auftritten in der heimischen Allianz Arena gespielt. 

Vereins-Hymne des TSV 1860 München: Sechzger Marsch

Der Sechzger Marsch ist die traditionsreichste Hymne der Münchner Löwen und ist weit über die bayerischen Landesgrenzen hinaus bekannt: Er darf bei keinem Spiel des TSV 1860 fehlen und wird auch regelmäßig von den Fans während des Spiels gesungen. In diesem Sinne: "57, 58, 59, 60!"

Neuere Lieder unbekannterer Künstler:

Auch junge, noch unbekannte Künstler singen gern über ihr München, die schönste Stadt der Welt. 

Stadt, die immer schläft - Moop Mama

"Stadt, die immer schläft" ist die bekannteste Nummer der "Urban Brass Band" Moop Mama. Urban Brass ist eine Mischung aus Marschband, die sich vor allem durch Blechbläser auszeichnet, mit einem rappenden Frontmann. Der einzigartige Musikstil ist also ein Mix aus Brass Band und Hip Hop Gruppe. In ihrem Song dreht sich der Text um die Heimat der Band, das verschlafene Millionendorf München. 

Mundhaarmonika: "Schweben":

"Wir sitzen auf dem höchsten Dach der Stadt und baumeln mit den Füßen." Der Song "Schweben" von Mundhaarmonika ist der bekannteste Hit der Band. Ihren eigenen Stil beschreiben sie als: Überraschend neuartige Mischung: tighte Live-Beats, funky Basslines, bluesige Saxophone-Licks, markante Orgelsounds, rotzfreche Rhymes + schräge Metaphern!

Manual Kant: "Mingarish"

Die Punkrockband aus Landshut lässt Glamrock, Punk-Attitüde und Ironie zu einer unverschämt eigenständigen Mischung verschmelzen. So auch in ihrem Song "Mingarish". Der Name stellt wohl eine Mischung aus Englisch und und dem bayerischen Namen Münchens, Minga, dar. 

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