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So ging es mit Ludwig I. und seiner Lola zu Ende

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Ludwig I. als alter Mann ohne Krone.

München - Eine Abdankung, viel Geld und ein gebrochenes Herz besiegelten das Ende der Affäre von Ludwig I. mit Lola Montez. Teil vier der tz-Serie.

Es hat ihm weh getan, das spürt man! König Ludwig I. hatte nach nicht ganz zwei Jahren genug. Genug von jener Frau, die ihn so bezaubert, aber auch betrogen hatte. Als alternder Lover ließ er seinen Gefühlen in diesem Gedicht freien Lauf:

„Hätt ich doch nie und nimmer Dich gesehen!
Für die gegeben ich mein letztes Blut.
Durchdrangest mich mit namenlosen Wehen,
Du meines Lebens glühendste Liebesglut!
Mit Untreu hast Du meine Treu vergolten
Du wollt’st mein Geld, Du wolltest meine Macht,
die Du bewirket, dass mir alle grollen.
verwandelst das Dasein mir in Nacht.
Der Jahre langer Traum ist nun verschwunden,
in einer Öde bin ich jetzt erwacht,
vorüber ist, was ich gefühlt, empfunden,
doch um die Krone bleibe ich gebracht."

Der letzte Akt des Liebesdramas begann am 17. März 1848. Der König erfüllte eine Hauptforderung der wütenden Bevölkerung und erklärte: Die Gräfin von Landsfeld habe „das bayerische Indigenat zu besitzen aufgehört“. Im Klartext: Er selbst erkannte seiner Lolitta die bayerische Staatsangehörigkeit ab. Als am gleichen Tag sein Innenminister Gottlieb von Thon-Dittmer einen Haftbefehl auf Lola Montez ausgestellt hatte, war Ludwig am Ende: „Ekel bekam ich, ferner die Krone zu tragen.“ Am 19. März 1848 versammelte er seine vier erwachsenen Söhne um sich und teilt ihnen mit, er habe sich entschlossen, zugunsten seines Sohnes Maximilian II. (36) abzudanken. Am Tag darauf wurden im ganzen Königreich die Plakate mit der Abdankung und dem Thronverzicht geklebt. An seine Lola schrieb Ludwig: „Ich, der Dir so stark verbunden bin, in dieser Stunde habe ich abgedankt, freiwillig, ohne dass es jemand vorgeschlagen hätte. Mein Plan ist, im April in Vevey anzukommen um dort in Deine Arme zu fallen und einige Zeit mit Dir zu leben.“

Teure Lola

Lola schrieb ihrem „sehr geliebten Louis“ am 29. April 1848: „Ich will das Geld, das Du mir versprochen hast. Ich bin an allen Luxus des Lebens gewöhnt.“ Zu dieser Zeit war sie schon längst aus München vertrieben worden und wohnte in einem Hotel in Genf – aber Ludwig war für sie immer noch ein ständig sprudelnder Bankautomat. Und der abgedankte König hoffte insgeheim doch immer noch auf ein Happy End mit seiner Lolitta. Er zahlte und zahlte und zahlte … Lola: „Ich brauche mindestens 5000 Franken, um alles in Ordnung zu bringen. Wenn Du ein Herz hast, dann schick mir das Geld.“ Oder: „Bitte schicke mir Geld, es ist so teuer mit all den Hausmädchen und Pferden, mindestens 200 Franken am Tag …“

Shopping-Queen

Lola Montez war verwöhnt, Ihre Lieblingsbeschäftigungen waren Einkaufen und Geldausgeben. Wenn die Zahlungen aus München stockten, wurde sie ganz traurig: „Das Wetter ist schön, aber ich kann mich nicht daran erfreuen. Ich habe zwei Wochen lang nichts gekauft.“ Nur manchmal brach bei Ludwig I. seine sprichwörtliche Sparsamkeit durch wie am 8. Mai 1848: „Es ist unglaublich, dass eine Frau ohne Familie in so kurzer Zeit einem Hotel 4000 Franken schuldet …“

Das Testament

Um Lola finanziell abzusichern, änderte Ludwig am 19. April sogar sein Testament und legte Geld für seine Lola an. Er schrieb ihr: „Ich habe 200 000 Gulden auf der Bank angelegt, was Dir von meinem Tod bis zu Deinem Zinsen von etwas mehr als 10 000 per annum gebracht hätte. Gestern habe ich mit einem neuen Zusatz die Summe auf 400 000 Gulden erhöht, was Dir das Doppelte an Zinsen und Dividenden bringt.“ Unterm Strich hätte die Affäre mit Lola Montez einen bayerischen König heute umgerechnet und geschätzt circa zwölf Millionen Euro gekostet. Erst am 1. Juli 1850 stellt Ludwig I. seine regelmäßigen Zahlungen an Lola Montez für immer ein.

Heinz Gebhardt

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