Thema in der Bürgerversammlung

Partylärm nervt Isarvorstädter

Der Gärtnerplatz ist ein Dauer-Brennpunkt im Viertel. Ein weiteres Problem, die Thalkirchner Straße, die mittlerweile ein Fortsatz der sogenannten Feierbanane ist. 

München - In der Bürgerversammlung befürchten Anwohner, dass sich die Feiermeile um die Sonnenstraße weiter ausbreitet. Eine neue Einbahnstraße kommt dagegen gut an

Nächtliche Straßenpartys, zu viel Lärm und Erhalt der wenigen Grün- und Ruhezonen. Diese Themen treiben die Bürger der Ludwigs-/Isarvorstadt um. Auch zur Verkehrsentlastung gab es Anträge auf der Bürgerversammlung am Donnerstag.

Total überhandgenommen habe das tägliche Feiern mit lauter Musik am Anfang der Thalkirchner Straße, beklagte ein Anwohner. Die Einmündung sei zu einem Wurmfortsatz der sogenannten „Feierbanane“ rund um die Sonnenstraße und Müllerstraße geworden. Auch er selbst gehe gerne mal aus, aber er fürchte um seine Lebensqualität. Schon am frühen Abend töne die Musik auf die Straße, die Gehwege seien voller Menschen, gleichzeitig werde auf der Thalkirchner Straße, auf der Tempo 30 gilt, mit Autos gerast. Am Morgen blieben Flaschen, Kippen und anderer Partymüll zurück.

Alexander Miklosy, Vorsitzender des örtlichen Bezirksausschusses, bestätigte: „Es ist ein Wahnsinn, wie es da zugeht. Das gehört schon längst befriedet.“ Der Bürger sorgt sich, dass die Partymeile weiter bis zum Stephansplatz und in den Alten Südlichen Friedhof hinein wächst.

Auch andere Anwohner kämpfen gegen Lärm. Dabei geht es nicht nur um den Brennpunkt Gärtnerplatz, sondern auch um Lärmschutz entlang der Bahnlinie im Dreimühlenviertel und zu viel Verkehrslärm an der Isartalstraße und Corneliusstraße. Die Forderung: Die Polizei solle das Einfahrtsverbot besser überwachen. Wie blank die Nerven liegen, spürt man, als eine Anwohnerin des Europäischen Patentamts fragt, ob man die Laubgebläse der Hausmeister nicht untersagen könne. Viel Applaus.

Vehement sprach sich ein Bürger gegen ein Museum auf dem Alten Südfriedhof aus. Die Stadt solle die Planung hier komplett einstellen. Man brauche kein Aushängeschild für ganz Europa, angelehnt an den Wiener Zentralfriedhof. Statt Touristenströmen mit Audioguides müsse dieses Fleckerl als Ruheoase für den Stadtteil erhalten werden. In der Isarvorstadt sind solche Flächen rar.

Als große Lärmentlastung empfinden viele die Einbahnstraßenregelung in der Klenzestraße zwischen Fraunhofer Straße und Gärtnerplatz. Die Anwohner möchten diese deshalb auch nach Abschluss der Bauarbeiten am Gärtnerplatztheater behalten. Hupkonzerte durch Lieferfahrzeuge, die die Straße früher verstopften, fielen seit der Einbahn-Regelung weg. Auch der nächtliche Parksuchverkehr habe abgenommen. Längerfristig könne man dann vielleicht sogar Bäume pflanzen oder zumindest mehr Radlstellplätze einrichten, wünscht sich ein Anwohner.

Ein anderer fühlt sich auf der Fraunhofer Straße durch Radler auf dem Gehweg belästigt, die wegen der Trambahnschienen und dem Verkehr unerlaubt dorthin ausweichen. Sein Lösungsantrag: ein Radweg auf der gesamten Länge der Fraunhofer Straße – auch wenn Parkplätze wegfallen. München solle so zeigen, dass es wirklich eine Radlhauptstadt sei. Sein Antrag fand eine Mehrheit.

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