Courage und schnelles Handeln

Einbruch im Café Mozart: Angestellte sperren Diebe ein

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Einer der Einbrecher bemerkt die offenen Tür zum Lager und tritt ein.

München - Zwei Diebe wollten in das Café Mozart in München einbrechen, rechneten aber nicht mit dem Personal. Denn die Angestellten sperrten die Gauner einfach ein.

Geistesgegenwärtig hält Mitarbeiter Nestor Boyer die Türe zu.

Es ist Dienstagabend, 22.13 Uhr. Im Cafe Mozart in der Pettenkoferstraße brummt der Betrieb. Die Gäste ahnen nicht, was sich hinter dem Haus abspielt. Zwei Gestalten schleichen sich in den Hinterhof. Es ist dunkel. Sie sehen, dass die Tür zum Lager offen ist und schlüpfen hinein. Unbemerkt? Nein! Küchenmitarbeiter Nestor Boyer (35) sieht das Ganze durch das Küchenfenster! Dann passiert das Unfassbare. Er geht auf den Hof – und hält die Türe zu, bis sein Kollege Markus Bidner (32) absperrt! Die beiden Einbrecher sind gefangen!

Inhaber Ferry Pesianzadeh (52) ist stolz auf seine Mitarbeiter. „Viele würden da wegschauen und haben nicht die Courage!“, sagt er. Boyer, der seit 2010 in der Küche arbeitet hatte aber schon etwas Angst. „Die beiden hätten ja auch eine Waffe dabei haben können. Was wäre dann passiert?“, berichtet er. Trotz seiner Angst schreitet er mutig ein und verhindert den Einbruch. Vor zwei Jahren wurde schon einmal in das Lager eingebrochen. „Damals haben die Diebe zwei Kästen Saft mitgenommen“, sagt der Inhaber Ferry. Die Diebe wurden nicht erwischt. Ganz im Gegenteil zu den beiden vom Dienstag. Gefangen wie in einer Mäusefalle warten sie auf die Polizei. Um 22.22 Uhr kommen zwei Polizisten in zivil und befreien die beiden Einbrecher aus der peinlichen Sitation. „Die Polizisten haben sich totgelacht!“, schmunzelt Pesianzadeh.
Bei den beiden Tätern handelt es sich um einem 39-Dachhauer und einen 31-jährigen Polen, der zurzeit bei seiner Freundin in München wohnt. Bei den beiden Dieben wurde Einbruchswerkzeug gefunden, an dem noch Farbe war. Schnell stellt sich heraus: die beiden wollten nebenan vergeblich in eine Apotheke einbrechen. Wollten die beiden ihren Frust mit Bier runterspülen? In dem Lager befindet sich schließlich nichts anderes als Getränke! „Ich kann mir nicht erklären, was die beiden da drin wollen“, sagt Pesianzadeh. Der Lagerraum ist übrigens während des Betriebes immer offen, da Mitarbeiter dort ständig hinein müssen. „Das werden wir aber ändern“, sagt der Wirt.
Die beiden Diebe haben jetzt eine Anzeige am Hals. Und das Cafe Mozart Münchnes mutigste Mitarbeiter.

Florian Fussek

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