Tipps der Bundespolizei

Klau-Alarm am Hauptbahnhof - So schützen Sie sich

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Jeden Tag werden alleine in München fast drei Menschen Opfer von Diebstahl. Gerade der Münchner Hauptbahnhof ist ein Paradies für Taschendiebe.

München - Einmal unachtsam die Tasche stehen gelassen – und schon ist das Portemonnaie weg! Gerade auf den Bahnhöfen herrscht Klau-Alarm. Wir verraten, wie Sie sich effektiv davor schützen können.

Rund 850 Diebstähle vermerkte die Bundespolizei vergangenes Jahr im Zuständigkeitsgebiet München. Macht also jeden Tag fast drei! „Ungefähr die Hälfte sind Taschendiebstähle“, sagt Thomas Borowik (47), Hauptkommissar der Bundespolizei München.

Laut Bundespolizei stieg innerhalb Deutschlands die Anzahl der Taschendiebstähle von 2014 auf 2015 auf 168 142 Fälle. Ein Plus von satten sechs Prozent! „Bei den Taschendiebstählen in München zeichnet sich auch für das laufenden Jahr ein ähnlich hohes Niveau ab“, sagt Bundespolizei-Sprecher Wolfgang Hauner (54).

Seine Kollegen vom Polizeipräsidium in der Ettstraße registrierten 2015 für Stadt und Landkreis 24 336 einfache und 13 291 schwere Diebstähle, bei denen der Täter beispielsweise eingebrochen ist.

Doch auf was achten Taschendiebe? Wo schlagen sie am meisten zu? Andrea Seefelder (37) von der Bundespolizei klärt auf:

  • Unbeaufsichtige Gegenstände

Viele Leute stellen ihr Gepäck ab, ohne weiter darauf zu achten. Gerade Reisende mit Koffern stellen diese unvorsichtig ab, wenn sie zum Beispiel an der Information anstehen. Hier schlagen die Diebe schnell zu.

  • Sammelablagen

Vor allem in Zügen findet man oft Sammelablagen für Koffer und Taschen. Bei so viel Gepäck auf einem Haufen fällt es oft nicht sofort auf, wenn ein Gepäckstück mitgenommen wird. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Um unnötige Kosten und Stress nach einem Taschendiebstahl zu vermeiden, haben wir für Sie die wichtigsten Tipps zum Schutz vor den tückischen Dieben, zusammengefasst

  • Nummernschilder offen herumtragen

Auto-Nummernschilder mit sich zu führen, deutet auf den geplanten Kauf eines Fahrzeuges hin. Die Gauner wissen, dass die betreffende Person deshalb oft viel Bargeld bei sich trägt und nehmen sie ins Visier.

  • Anrempel-Taktik

Viele Gauner suchen körperliche Nähe zu den Opfern. Nicht selten rempeln sie die Person gezielt an und klauen so unbemerkt Brieftasche, Handy oder andere Wertgegenstände.

  • Aufgehängte Jacken 

Die Kleider-Aufhängung im Zug nutzen viele Passagiere. Doch Vorsicht! Keine Wertgegenstände in der Jacke lassen, die Person hinter Ihnen kann sich leicht Zugang verschaffen.

So schützen Sie sich

  • Wichtiges nah am Körper

Brustbeutel und Gürteltaschen sind der sicherste Aufbewahrungsort für Wertsachen und Dokumente. Die Taschen sollten zudem unter der Kleidung getragen werden.

  • Taschen zumachen

Handtaschen, Rücksäcke und Co. sollten Sie nie offen mit sich herumtragen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zusätzlich ein Kofferschloss anbringen.

  • Anti-Diebstahl-Ausrüstung

Mittlerweile gibt es speziell auf Diebstahlschutz ausgelegte Taschen, zum Beispiel der Marke Pacsafe. Diese sind so entworfen, dass sie nicht aufgeschlitzt werden können.

Auch sie wurden Opfer von Taschendieben:

Peter (76) und Mary Beven (75).

Geldbörse im Zug geklaut: "Als wir in Prag unterwegs waren, wurde uns die Geldbörse aus der Hosentasche geklaut. Wir waren unterwegs in einem überfüllten Zug, da hat man das gar nicht gemerkt. Kreditkarten, Führerschein, Versicherungskarte und Bargeld – alles weg! Seitdem tragen wir wichtige Sachen nur noch innen in unseren Jackentaschen."

Peter (76) und Mary Beven (75), Pensionäre, Broken Hill, Australien

Heidrun Preschke (72).

Handtasche war weg: "Mein Freund und ich wollten im Urlaub in Barcelona ein Foto machen. Dazu habe ich meine Handtasche samt Handy und Geldbeutel kurz etwas entfernt abgestellt. Doch danach war sie plötzlich verschwunden. Seitdem nehme ich nur noch so wenig wie möglich mit – und passe besser auf."

Heidrun Preschke (72),Pensionärin, Düsseldorf

Sabrina Höbel

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