Glas droht herunterzufallen

Gefährliches Bahnhof-Dach - Bahn ergreift Maßnahmen

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Das Dach der Gleishalle im Hauptbahnhof ist 30.000 Quadratmeter groß.

München - Wie gefährlich ist das Dach im Münchner Hauptbahnhof? Weil erneut Glas herunterzufallen droht, hat die Bahn erste Maßnahmen in die Wege leiten lassen, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Über den Köpfen zigtausender Menschen, die täglich im Münchner Hauptbahnhof aus Zügen steigen, schwebt die Gefahr: Vom Dach der Gleishalle drohen Glasscheiben herabzustürzen. Und dann besteht Lebensgefahr. Die Bahn schätzt die Situation als so kritisch ein, dass nun Schutznetze gespannt werden.

Ende März 2015 ließ Orkan Niklas eine Scheibe herabstürzen.

Das 30.000 Quadratmeter große Dach, 1958 bis 1960 gebaut, macht der Bahn schon seit längerem Sorgen. Die filigrane Konstruktion – nur auf dem Bahnsteig 18/19 abgestützt, überspannt das Dach zweimal 70 Meter – genügt heutigen Anforderungen an die statische Belastbarkeit nicht mehr. Mit Stahlseilen, die in der Konstruktion verspannt werden, wird das Dach bei der laufenden Sanierung verstärkt. Auch die Fenster sollen ausgewechselt werden.

Anstelle der einst verwendeten Drahtglasscheiben will die Bahn moderne Verbundglasfenster einsetzen lassen. Die lassen nicht nur mehr Licht durch, sondern sie sind um ein Vielfaches stabiler. Das Problem: Dieser Teil der Sanierung soll nach den Plänen der Bahn erst im nächsten Jahr beginnen und sich bis 2020 hinziehen. Und so lang wollte das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), das über die Sicherheit der Bahn-Anlagen zu wachen hat, nicht warten. Man habe „die DB Station & Service AG aufgefordert, mit geeigneten Maßnahmen dafür zu sorgen, dass die Standsicherheit der Dachverglasung und damit die Verkehrs- und Betriebssicherheit der Gleishaupthalle München Hbf gewährleistet ist“, teilte die Bahn-Behörde mit.

Deswegen sollen nun bis zum Abschluss der Sanierung Netze unter dem Hallendach Schlimmeres verhüten.

tz

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