Trotz geplantem Umbau

13,6 Millionen: Großsanierung am Viehhof-Gelände

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Sanierungsbedürftig: Unter anderem die Mauer um den Viehhof ist vom Einsturz bedroht. 

München - Ungeachtet der Zukunftspläne müssen Bestandsgebäude am Viehof und am Schlachthof für mehrere Millionen Euro ertüchtigt werden, um den Betrieb am Laufen zu erhalten.

Auf dem Schlacht- und Viehhofgelände in der Isarvorstadt sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an den teils maroden Bauten notwendig, teilt die Stadt mit. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass die Nutzungen aufgrund bau- und brandschutzrechtlicher Vorschriften eingestellt werden müssen, heißt es. Das Kommunalreferat rechnet mit Kosten in Höhe von 13,6 Millionen Euro bis zum Jahr 2022. Der Sanierungsplan ist am Donnerstag Thema im Kommunalausschuss.

Das etwa 120.000 Quadratmeter große Areal im Schlachthofviertel wird sein Gesicht in den kommenden Jahren verändern. Der Schlachthof nördlich der Zenettistraße  bleibt zwar bestehen. Die meisten Pächter dort haben langfristige Verträge, und eine mögliche Verlagerung ins Gewerbegebiet nach Aschheim ist vorerst vom Tisch. Doch der ehemalige Viehhof wird groß umstrukturiert. 

Das Volkstheater – derzeit an der Brienner Straße angesiedelt – wird dort neu gebaut. Spätestens zur Spielzeit 2021/22 soll es den Betrieb aufnehmen – so zumindest der Wunsch von Intendant Christian Stückl. Außerdem sollen auf dem 71.000 Quadratmeter (10.000 Quadratmeter sind für das Volkstheater reserviert) umfassenden Geviert zwischen Zenetti-, Thalkirchner- und Tumblinger Straße 400 bis 450 Wohnungen entstehen sowie das bestehende Gewerbe integriert werden. 38 Gewerbebetriebe, hauptsächlich aus dem Lebensmittel- und Gastronomiesektor, befinden sich noch auf dem Gelände. Sie sind in zwei Hallen untergebracht. Die denkmalgeschützten Wohngebäude werden derzeit für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Im Sommer werden am Viehhof zudem ein Biergarten und ein Open-Air-Kino betrieben. Die Tage dieser Zwischennutzung dürften nach 2017 allerdings gezählt sein – zumindest sofern der erste Spatenstich für das Volkstheater 2018 erfolgt.

Ungeachtet der umfassenden Neuplanung sind nun auch schon im Vorgriff Sanierungsmaßnahmen für einige Bestandsbauten notwendig, um den weiteren Betrieb der bisherigen Nutzungen zu gewährleisten. Ohne die Investitionen sei eine Sperrung des Geländes zu befürchten, schreibt das Kommunalreferat – und die jetzigen Mieter müssten wohl ausziehen. Für die Gewerbetreibenden wäre dies existenzbedrohlich, die Stadt wiederum müsste auf Mieteinnahmen verzichten.

So müssen unter anderem die Dächer der denkmalgeschützten Gebäude repariert, Freiflächen asphaltiert und die vom Einsturz bedrohte Mauer um das gesamte Viehhof-Gelände gesichert werden. Die Sanierungskosten für den Viehhof belaufen sich auf 5,6 Millionen Euro, im Schlachthofareal sind es gar 8,02 Millionen Euro. Allein die Brandschutzmaßnahmen zusammengenommen kosten mehr als drei Millionen Euro.

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