Boden kaputt

Neues Zwischengeschoss im Hauptbahnhof hat schon Risse

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Deutlich sichtbar: die Risse im Bahnhofs-Boden.

München - Erst vor zwei Jahren wurde das neue Zwischengeschoss am Hauptbahnhof eröffnet. Doch schon jetzt gibt es an mehreren Stellen Risse im Boden.

Ein Schmuckstück sollte es werden, das neue Zwischengeschoss am Hauptbahnhof. Am 4. September 2014 wurde der Bereich auf halber Höhe zwischen Haupthalle und S-Bahn eröffnet. Hell ist es tatsächlich im Untergrund, freundlich auch – aber leider schon kaputt! An mehreren Stellen gibt es hässliche Risse im schimmernden Fußboden, nach grad mal zwei Jahren …

Insgesamt hatte die Bahn 24 Millionen Euro für die Sanierung ausgegeben – für neue Brüstungen, Glaselemente, Technik und eben den Boden. Hier handelt es sich nicht um Marmor oder Granit, sondern um Betonwerkstein. Gleich nach der Fertigstellung entdeckte die Bahn die Haarrisse, in die Dreck und Feuchtigkeit dringen können.

Zu solchen Rissen kann es laut Experten kommen, wenn am Betonwerkstein Zug entsteht. Bewegt sich der Untergrund, auf dem der Betonwerkstein liegt, etwa weil er abkühlt, zieht sich das Bauteil zusammen. Halten Wände links und rechts das Ganze fest, entsteht ein Zug – und damit die Risse.

„Die zuständige Baufirma hat uns zwar erklärt, solche Risse können leider passieren“, sagt ein Bahnsprecher. „Die Bahn will den Boden samt der Risse aber so nicht akzeptieren. Wir haben daraufhin eine Mängelbeseitigung gefordert.“

Übrigens: Auch am neu sanierten Stachus-Zwischengeschoss waren im Jahr 2012 Risse aufgetreten – im beigefarbenen Terrazzo, einem Kunststein, der offenbar zu schnell getrocknet ist. Stück für Stück wurde dort eine neue Terrazzo-Schicht aufgetragen.

Im Fall des Hauptbahnhofs hat die Baufirma ebenfalls die schwarzen Kratzer an einer Probefläche neu verfüllt. Lang gehalten hat’s nicht, bald waren die Risse wieder sichtbar. Die Bahn hat mittlerweile sämtliche Mängel dokumentiert, ein Gutachter ist eingeschaltet. „Jetzt warten wir auf Vorschläge der Baufirma, wie nachgebessert wird“, so ein Sprecher. Damit die 160.000 Menschen, die täglich im Zwischengeschoss unterwegs sind, auch wirklich einwandfreien Boden unter den Füßen haben … 

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