Und der Hausbesitzer soll zahlen

Chaos nach dem Dachsturz in der Kapuzinerstraße

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Vorigen Freitag krachte der Sims auf die Straße. Seitdem sind Fahrspuren gesperrt.

München - Nach dem Absturz eines Sims in der Kapuzinerstraße herrscht dort Chaos. Staus kosten die Autofahrer ordentlich Nerven. Nun gibt es ein Bußgeldverfahren gegen den Hausbesitzer.

Vor einer Woche krachte in der Kapuzinerstraße der Sims eines 100 Jahre alten Wohnhauses auf den Gehsteig. Zehn Menschen standen in unmittelbarer Nähe – eine Frau wurde leicht verletzt. Eine Fahrspur ist seitdem gesperrt, was im Berufsverkehr zu noch größeren Staus führt. Jetzt sollen auch die Nachbarhäuser auf Schäden untersucht werden. Polizei und Lokalbaukommission sind am Werk.

Donnerstagvormittag stauten sich die Autos stadteinwärts von der Kapuzinerstraße bis hoch zum 60er-Stadion. Und abends gibt es das Chaos in der anderen Richtung stadtauswärts. Der Gehsteig und der Radweg sind gesperrt, die Radler werden auf eine Auto-Fahrspur umgeleitet. Alles ist enorm eng.

„Am Samstag ist die Sperre in der Kapuzinerstraße wieder weg“, sagt der Münchner Architekt Lutz Heese. Er ist mit der Sanierung beauftragt. „Kommenden Montag wird auch der Gehweg in der Auenstraße wieder frei sein.“ In der Auenstraße ist der Sims noch dran, doch der soll nun vorsichtshalber entfernt werden.

Zusammen mit den Denkmalbehörden werde erarbeitet, wie man die Simse wiederherstellen kann. Heese: „Wir wissen noch nicht, wieso der Sims herunterfiel. Es kann an der Stahlbefestigung am Mauerwerk liegen.“ Oder das Mauerwerk ist schwach geworden.

Kapuzinerstraße: Beton-Teile stürzen auf den Gehweg

Auf jeden Fall sei das Haus regelmäßig untersucht worden. „Üblicherweise gibt es für derartige Fälle Anzeichen – wie herabfallende kleine Stücke, Geräusche oder Risse.“ All dies habe es hier nicht gegeben.

Dennoch hat die Lokalbaukommission ein Bußgeldverfahren gegen den Hausbesitzer Helmut S. aus Kempten eingeleitet. Vorwurf: Verletzung der Instandhaltungspflicht. Auch die Polizei ermittelt.

Demnächst könnte es also weitere Sperren geben: „Wir haben die Nachbarn des ganzen Blocks gebeten, ebenfalls die Stabilität ihrer Simse zu überprüfen“, so das Planungsreferat zurtz. „Der gesamte Block wurde in einem Stück errichtet und weist die gleiche Bauweise auf.“ Bleibt zu hoffen, dass hier nicht noch mal Fahrspuren gesperrt werden müssen.

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