Mädchen mit Gehirnerschütterung

Kein Klinikbett frei: Alma (4) muss acht Stunden warten

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Papa Manuel M. mit seiner Alma. Kleines Bild links oben: die Haunersche Kinderklinik.

München - Der kleinen Alma (4) knallt die Schaukel an den Kopf, sie erleidet eine Gehirnerschütterung - und in der Klinik muss sie acht Stunden auf eine Behandlung warten.

Die Schaukel kracht der kleinen Alma mit Wucht gegen den Kopf. Die Vierjährige ist verletzt, erbricht sich, klagt über Schwindel und Müdigkeit. „Alles Anzeichen für eine Gehirnerschütterung“, sagt Mama Sabine M. (39). Passiert ist der Unfall im Kindergarten, die Vierjährige soll rasch ins Krankenhaus. Dort jedoch endet das Leiden nicht. Alma muss warten, über zwei Stunden auf die Behandlung. Und noch mal sechs auf den Krankentransport!

13 Uhr: Mit Mama Sabine fährt Alma in die Haunersche Kinderklinik. „Dort musste sie sich wieder übergeben“, sagt die Mama. Trotzdem muss die Vierjährige über zwei Stunden auf Behandlung warten. „Die Ärztin war sehr nett und sagte uns, wir müssten über Nacht bleiben.“ Allerdings: Alle 18 Betten sind belegt. Die Station ist voll ausgelastet.

In der Haunerschen Kinderklinik war kein Bett frei - die kleine Alma (4) schlief deshalb zwischenzeitlich auf einer Couch.

16.03 Uhr: Nach der Behandlung heißt es, Alma soll nach Starnberg. Auf tz-Anfrage teilt die Klinik mit, dass an keiner Münchner Kinderklinik ein Bett frei war. Daher wird eine Verlegung nach Starnberg organisiert. „Das Klinikum der Universität verfügt nicht über eigene Transportmöglichkeiten, sondern fordert dazu jeweils ein Fahrzeug eines Krankentransportdienstes über die Rettungsleitstelle an.“ Und das dauert! „Die Schwester sagte etwas von drei Stunden“, erzählt Sabine M. „Privat durften wir nicht fahren.“ Um Ruhe zu bekommen, soll Alma auf der Station Chirurgie 2 warten. „Das taten wir.“ Sechs Stunden lang!

Erst um 22 Uhr kommt ein Krankenwagen, der die Vierjährige nach Starnberg bringt. „Meine Tochter hatte eine Gehirnerschütterung. Ruhe und Schlaf wären wichtig gewesen“, sagt Sabine M. „Erst saßen wir auf der Terasse, später schlief sie auf der Couch. Ich finde diese Zustände unglaublich!“

Ein Sprecher der Klinik erklärt, dass sich die langen Wartezeiten an diesem Tag aus dem hohen Patientenaufkommen ergeben hätten. Unterbesetzt sei die Station nicht gewesen – obwohl auch klar sei, dass „der Bedarf an qualifizierten Gesundheits- und Kinderkrankenpflegenden in allen Kinderkliniken Münchens“ nicht gedeckt werden könne.

Die Haunersche Kinderklinik.

Bereits in der Vergangenheit sei es mehrfach zu Situationen gekommen, in denen in keiner Münchner Kinderklinik mehr ein Bett frei war. „Die Pflegeleitungen der entsprechenden Häuser haben deshalb bereits vor einem Jahr die Politik um Unterstützung bei der Suche nach Lösungen gebeten. Im Januar hat es einen Runden Tisch gegeben, weitere Maßnahmen sind bislang allerdings nicht erfolgt.“

Darum geht es auch Sabine M. Sie findet es fatal, an welchen Ecken fälschlicherweise gespart wird. „Zum Leid der Kinder und zum Leid der Angestellten …“ Immerhin: Der kleinen Alma geht es wieder gut – Gott sei Dank!

Sascha Karowski

Sascha Karowski

E-Mail:sascha.karowski@tz.de

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