Auch Gesundheitsfachhaus muss weichen

Eldorado-Kino an der Sonnenstraße macht dicht

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Das Eldorado Kino an der Sonnenstraße 7 hat 185 Plätze.

München - Das Programmkino-Sterben geht weiter: Das Eldorado an der Sonnenstraße 7 schließt zum Ende des Jahres. Der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Der neue Mieter soll schon feststehen. 

Eine „Katastrophe“ - so bezeichnet Theaterleiter Bruno Börger das Ende des Eldorado Kinos im Untergeschoss der Sonnenstraße 7. Ab Ende des Jahres ist mit einem weiteren der letzten Programmkinos der Stadt Schluss. Dann laufe der Mietvertrag aus, so Börger. Von Seiten des Vermieters habe es „keine Option auf Verlängerung“ gegeben. 

Gleichzeitig mit dem  1971 eröffneten Eldorado muss das alteingesessene Gesundheitsfachhaus von Schlieben das Gebäude verlassen. Seit 1982 verkauft es im Erdgeschoss und ersten Stock. Im zweiten Stock sitzt die Verwaltung.

Auch ihr Mietvertrag laufe Ende des Jahres aus, sagt Juniorchef Jan von Schlieben. Es habe zwar Verhandlungen gegeben, doch die angekündigten Mieterhöhungen seien „so exorbitant“ gewesen, dass sie nicht zu erwirtschaften gewesen wären. Deswegen zieht das Gesundheitsfachhaus ab 1. Juli in neue Räume in der Sonnenstraße 17 ein. 

Ex-Kin-Räume könnten zum Lager werden

Ein neuer zahlungskräftiger Mieter für die Räume des Eldorado und des Gesundheitsfachhauses steht offenbar schon fest: Ein dm-Drogeriemarkt soll nach tz-Informationen einziehen. Die Ex-Kino-Räume werden dann zum Lager … 

Damit das Programmkino-Sterben nicht so weitergeht, wünscht sich Eldorado-Chef Börger ein Handeln der Stadt. Diese versuche, zwischen Vermietern und Kino-Betreibern zu vermitteln, sagt Kulturreferats-Sprecherin Jennifer Becker. „Wir können nur an die Vermieter appellieren. Letztendlich haben sie aber das Recht, mit ihrem Eigentum zu machen, was sie für richtig halten.“ 

Vermieter beim Eldorado ist die Immobilienagentur BVG Verwaltung. Vor Jahren habe es Gespräche mit den Kino-Betreibern gegeben, sagt Prokurist Stefan Stenzinger. Aufgrund damals genannter rückläufiger Besucherzahlen habe die Agentur umgeplant. „Als wir später mitgeteilt bekommen haben, dass die Zahlen wieder nach oben gehen, konnten wir das nicht mehr rückgängig machen.“ 

Zum neuen Mieter will Stenzinger keine Angaben machen. Die Geschäftsführerin der Immobilienagentur ist keine Unbekannte: Vinzenzmurr-Chefin Evi Brandl. 

Sie machten schon dicht

Das Eldorado ist nicht das erste Programmkino, das Probleme bekommt: Anfang 2011 schloss das Tivoli (Neuhauser Straße 3). Seit 1954 zeigte es -Filme, schmückte sich mit Gästen wie Romy Schneider. Nachfolger auf 1200 Quadratmetern: die Parfümeriekette Douglas. 

Im Sommer 2011 gingen auch die Lichter im Film-casino am Odeonsplatz für immer aus. Und das trotz zuletzt guter Zahlen, wie der Betreiber betonte. Doch er war nur Untermieter: Heute veranstalten die Pächter im Ex-Kino Partys und haben ein Bistro eröffnet. 

Das Atlantis am Stachus, wie auch das Eldorado zur City-Gruppe gehörend, machte im Frühjahr 2012 dicht. Der Mietvertrag wurde nicht verlängert. 

Bibbern heißt es aktuell für das drittälteste Kino der Stadt: das Maxim (Landshuter Allee). Ende Juni läuft der Mietvertrag von Betreiber Sigi Daiber aus. Eine Gruppe Ehrenamtlicher möchte es retten. Ausgang: ungewiss.

Ramona Weise

Ramona Weise

E-Mail:ramona.weise@tz.de

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