Es ist der Bruder der Toten

Mord an Witwe: Polizei fliegt mutmaßlichen Täter aus Ungarn ein

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Robert B. soll seine Schwester ermordet haben.

München - Sie galt als großzügige Frau, die ihre Familie finanziell unterstützte. Dennoch musste die vermögende Witwe Elvira S. (38) sterben. Ihr mutmaßlicher Mörder: der eigene Bruder. Er wurde aus Ungarn eingeflogen. 

Was muss zwischen zwei Menschen geschehen, dass der kleine Bruder die große Schwester umbringen kann? Verborgene Kränkungen? Glühende Eifersucht? Abgrundtiefer Hass? Oder einfach nur Geldgier? Diese Fragen stellt sich die Münchner Mordkommission, die offenbar den Mord an der vermögenden Millionärs-Witwe Elvira S. (38) geklärt hat.

Flughafen München, Donnerstagmittag um 14.27 Uhr. Lufthansa-Flug LH 1677 aus Budapest landet pünktlich, dockt wenig später an der Position 247 an. An Bord: Eine Münchner Staatsanwältin und zwei Beamte der Mordkommission. Sie begleiten auf dem kürzesten Weg einen jungen Mann aus dem Flughafengelände. Es ist der Ungar Robert B. (36) – der jüngere Bruder von Elvira S. Er steht unter dringendem Verdacht, am 2. Februar seine Schwester in deren Luxuswohnung in der Thalkirchner Straße ermordet zu haben. Nach Einschätzung von Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch und Markus Kraus, Leiter der Münchner Mordkommission, könnten finanzielle Motive der Auslöser des Verbrechens gewesen sein.

Elvira S. ist gebürtige Ungarin. Sie war mit einem Puchheimer Patent-Millionär verheiratet, der 2014 starb. Die dunkelhaarige, sehr zurückgezogen lebende Witwe wohnte seitdem allein in einer Miet-Wohnung im luxussanierten Designer-Wohnhaus in der Thalkirchner Straße. Auch Claudia Effenberg lebt mit ihren Kindern in der Anlage.

Elvira S. galt als sehr großzügige Frau und unterstützte auch Familienmitglieder in Ungarn finanziell. In ihrem Testament begünstigte sie mehrere Familienmitglieder – unter anderem auch ihren kleinen Bruder Robert.

Anfang Februar wollte sie umziehen in ihre neue Eigentumswohnung in der Luxus-Wohnanlage „The Seven“ im ehemaligen Kraftwerk an der Müllerstraße. Die Kisten waren schon gepackt. Bruder Robert hatte Hilfe versprochen und fuhr extra aus Ungarn zu ihr.

Ein Mitarbeiter der Hausverwaltung in der Thalkirchner Straße sah Elvira S. am Dienstag gegen 11.45 Uhr in Begleitung ihres Bruders beim Concierge. Einen Termin am Nachmittag des gleichen Tages nahm sie nicht mehr wahr. Auch der Bruder schien nicht mehr da zu sein. Als Elvira S. auch am Mittwochmorgen nicht erreichbar war, wurde die Wohnung mit dem Zweitschlüssel geöffnet.Da war sie bereits seit etwa 20 Stunden tot – gestorben an „Gewalteinwirkung gegen den Hals“, wie es im Bericht der Polizei heißt. Als Tatzeitpunkt gilt der Dienstag zwischen 12 bis 13 Uhr – also kurze Zeit, nachdem Elvira S. mit ihrem Bruder in die Wohnung gegangen war.

Damit rückte Robert B. ins Zentrum der Ermittlungen. Er war noch am Tattag im Auto nach Ungarn zurückgefahren. Kein Wort mehr zum Thema Umzug. Und auch in den Tagen danach erkundigte er sich mit keiner Silbe nach seiner Schwester. In Zusammenarbeit mit den ungarischen Behörden wurde er vor wenigen Tagen an seinem Wohnort im Dorf Gara in Süd-Ungarn nahe der Grenze zu Serbien festgenommen. Auf Anraten seines Anwaltes macht er keinerlei Angaben, stimmte aber dem vereinfachten Auslieferungsverfahren zu.

Dorita Plange, Sebastian Arbinger

Dorita Plange

Dorita Plange

E-Mail:Dorita.Plange@tz.de

Sebastian Arbinger

Sebastian Arbinger

E-Mail:Sebastian.Arbinger@tz.de

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