In S-Bahn vergessen

Wo ist die wertvolle Bratsche des Musik-Professors?

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Professor Hariolf Schlichtig hofft, seine Bratsche zurückzubekommen.

München - Vor zehn Tagen ließ Professor Hariolf Schlichtig seine wertvolle Bratsche in der S1 liegen. Seither fehlt von dem Instrument jede Spur. Doch der Musiker gibt die Hoffnung nicht auf, dass sich der Finder doch noch meldet.

Am Hauptbahnhof stieg er aus dem Zug. Hinter ihm ging die Tür zu. Die Flughafen-S-Bahn (S1) setzte sich in Bewegung. In der selben Sekunde wusste Professor Hariolf Schlichtig (65), dass ihm ein fürchterlicher Fehler unterlaufen war: Seine kostbare Bratsche war noch im Zug, fuhr ohne ihn davon.

Das ist jetzt zehn Tage her. Und trotzdem hofft der hochgeschätzte Bratschist, dass der Finder ein Einsehen hat. Professor Hariolf Schlichtig – Kammermusiker, Top-Solist und Lehrer an der Münchner Musikhochschule – hat in der internationalen Welt der Musik einen großen Namen. Am 1. Februar kam er mittags von einer Europa-Konzertreise am Flughafen an. Um 11.30 Uhr stieg er in die S1, um 12.15 Uhr kam er am Hauptbahnhof an: „Es war alles ein bisschen chaotisch wegen eines Oberleitungsschadens. Ich war unter Zeitdruck, weil meine Studenten auf mich warteten. Und ich wollte noch meinen Koffer ins Schließfach bringen.“ Und so stieg er am Hauptbahnhof aus – ohne seine Bratsche, die er über sich ins Gepäckfach gelegt hatte. „Das Instrument wurde extra für mich angefertigt vom Wolfratshauser Geigenbauer Wolfgang Scharf.“

Das Instrument ist 16.000 Euro wert, noch kostbarer sind die drei Bögen: „Einer stammt von 1860 aus Frankreich. Ein unersetzliches Stück.“ Der Schaden liegt insgesamt bei rund 96.000 Euro. Jedes Stück für sich ist signiert. Alle Geigenbauer Deutschlands und die Fachwelt kennen den Fall.

Instrument und Bögen steckten in einem rechteckigen, größeren Kasten mit grau-grünem Textilüberzug.

Die Münchner Polizei sichtet derzeit die Videofilme aus der S-Bahn und bittet unter der Rufnummer 089/2910-0 um Hinweise.

Dorita Plange

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