Nach Peta-Vorwürfen

Missstände im Schlachthof: KVR gibt Entwarnung

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Das KVR hat jetzt Stellung zu mehreren der angeblichen Missstände im Münchner Schlachthof bezogen. 

München - In der Diskussion um angebliche Hygienemängel und Tierquälerei im Schlachthof hat sich jetzt erstmals das Kreisverwaltungsreferat (KVR) umfassend geäußert. Das KVR gibt weitgehend Entwarnung. Die Grünen mahnen aber an, die Kontrollen zu verschärfen.

Im Februar hatte es große Aufregung um angebliche Missstände im Schlachthof gegeben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und gegen Hygienevorschriften. Filmsequenzen im Internet hatten gezeigt, wie unter anderem Reinigungstätigkeiten in Räumen durchgeführt wurden, in denen sich auch offenes Fleisch befand – angeblich im Münchner Schlachthof. Ein ehemaliger Metzger hatte behauptet, verdorbenes Fleisch sei verkauft worden. Die Tierschutzorganisation PETA erstattete Anzeige– und prangerte an, dass Tiere vor der Tötung nur unzureichend betäubt worden seien. Zudem sei unzulässiges Gerät verwendet worden. Im Februar schwieg das Kreisverwaltungsreferat (KVR), dem das städtische Veterinäramt unterstellt ist, mit Verweis auf das laufende Verfahren zu den Vorwürfen.

Das ist jetzt anders. Auf eine Anfrage der Stadtrats-Grünen hin, nimmt das KVR Stellung zu mehreren der angeblichen Missstände – und gibt Entwarnung. So würden „in der Regel“ beim Ausladen von Tieren keine Elektroschocker eingesetzt. Das gebe es nur in Ausnahmefällen und bleibe auf die Hintergliedmaße beschränkt. Auf Dauerschocker, die ohne zeitliche Begrenzung elektrische Impulse geben, gebe es keine Hinweise.

Auch Fehlbetäubungen seien eine absolute Ausnahme. Nachbetäubungen seien im Jahr 2014 nur bei 1,7 Prozent der Schlachtungen notwendig gewesen, 2015 bei 1,2 Prozent. Diese Zahlen lägen „deutlich unter den Angaben, welche in der Literatur bezüglich anderer Schlachtbetriebe erwähnt werden“. Vom KVR seien auch keine Ausnahmegenehmigungen für betäubungsfreies Schlachten erteilt worden.

Will mehr Kontrollen: Grünen-Stadträtin Katrin Habenschaden.

Das alles klingt erstmal nicht schlecht. Doch die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Schlachthof sind noch nicht abgeschlossen. Und Grünen-Stadträtin Katrin Habenschaden weist noch auf einen anderen Aspekt hin: die hohe Arbeitsbelastung der Prüfer, die in dem KVR-Schreiben aufgelistet wird. „Der Amtsveterinär vor Ort kann gar nicht alles so im Blick haben wie es für eine lückenlose Kontrolle notwendig wäre“, sagt sie. „Es gibt Lücken.“ Gut möglich, dass das die politische Konsequenz der Grünen wird: die Forderung, das Kontrollpersonal aufzustocken.

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