Gärtnerplatz ja – Müllerstraße nein

Lärm im Glockenbach: Wie erfolgreich sind die Konfliktmanager?

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Gespräche sollen am Gärtnerplatz für Ruhe sorgen. Links eine Konfliktmanagerin.

München - Die einen wollen feiern, die anderen schlafen. Seit langem gibt es am Gärtnerplatz und an der Müllerstraße Konflikte zwischen Anwohnern und Nachtschwärmern. Konfliktmanager des Projekts „Akim“ versuchen, diese zu entschärfen.

Bevor die Nächte wieder lau werden, hat „Akim“ Bilanz gezogen: Während sich der Einsatz der Friedensengel am Gärtnerplatz auszahlt, kommen sie an der Müllerstraße nicht so recht an die Feiernden heran.

Mehr als 1000 Nachtschwärmer zählten die Mitarbeiter der Stelle für „Allparteiliches Konfliktmanagement in München“ (Akim) im Sozialreferat vergangenen Sommer am Gärtnerplatz in mancher Freitag- und Samstagnacht. Die Teams aus jeweils zwei Konfliktmanagern, die von 23 bis 4 Uhr morgens unterwegs sind, kamen gut an. „Die meisten Personen waren für das Thema ,Verträglich feiern‘ gut ansprechbar“, heißt es in dem Bericht, der am Donnerstag im Sozialausschuss behandelt wird. Und: „In vielen Fällen wurde frühzeitig interveniert, besonders bei Personen, die Musikanlagen mit Lautsprechern dabei hatten.“

Die Anwohner rund um den Gärtnerplatz sind aber noch nicht zufrieden. Viele hätten geäußert, dass die Präsenz der Konfliktmanager nicht ausreichend sei, um die nächtlichen Störungen einzudämmen. Auch Akim-Leiterin Eva Jüsten fordert mehr Engagement vonseiten anderer Beteiligter. „Es darf nicht der Effekt entstehen, dass sich Gastronomie, Behörden und Politik von ihren Aktivitäten zurückziehen.“ Vor allem in den frühen Morgenstunden gibt es noch Probleme, denn: Um 4 Uhr verlassen die Konfliktmanager den Platz – zurück bleiben oft stark alkoholisierte Menschen, die zudem immer wieder an Hauswände und in Hauseingänge urinieren. Zumindest das Toilettenproblem soll schon bald gelöst sein. Zunächst wird ein mobiles Klo aufgestellt, wahrscheinlich im Baustellenbereich am Gärtnerplatztheater. Auf Dauer soll es sogar eine feste Toilette geben. Fest steht: Wie im vergangenen Jahr sollen die Konfliktmanager auch heuer wieder zum Einsatz kommen, in warmen Nächten von Anfang Mai bis Ende August.

Für die Zeit nach 1 Uhr morgens mahnen die städtischen Helfer aber eine „engmaschige Kontrolle durch die Polizei oder neue Einsatzkräfte des Kreisverwaltungsreferates“ an. Die Entscheidung über einen Stadtratsantrag, in dem die CSU die Einrichtung eines kommunalen Ordnungsdienstes fordert, steht noch aus.

Anders bewerten die Konfliktmanager ihren Vor-Ort-Einsatz an der Müllerstraße. Auch auf der Partymeile im Glockenbachviertel waren im September und Oktober 2015 Konfliktmanager unterwegs, um mit den Feiernden ins Gespräch zu kommen. Das Fazit hier: Bringt nichts. Denn: Die Feiernden wechseln hier von Lokal zu Lokal – und sind deshalb nicht für Gespräche zu haben.

Dafür sind die Wirte der Bars, Kneipen und Clubs in diesem Bereich sehr engagiert. So haben sie sich unter anderem darauf verständigt, Türsteher bereitzustellen, die auch als Ruhestifter fungieren. Einige Imbissbetriebe entschieden sich, den „To-Go-Verkauf“ von Alkohol einzuschränken. Langfristig soll aber laut Akim erreicht werden, dass keine weiteren Clubs an der Müllerstraße genehmigt werden, die Polizei ab 1 Uhr morgens regelmäßig Streife fährt und die Hauseigentümer in das Konfliktmanagement miteinbezogen werden.

Caroline Wörmann

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