Modernes Terminal kommt mit zweiter Stammstrecke

Neuer Hauptbahnhof bis 2029 - das ist der Fahrplan

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So soll der neue Hauptbahnhof aussehen. Ob der Vorplatz verkehrsberuhigt wird, ist noch umstritten.

München - Mit der zweiten Stammstrecke bekommt München auch einen neuen Hauptbahnhof, wenn auch mit etwas Verzögerung. So soll der Umbau verlaufen.

Allen Unkenrufen zum Trotz: Die neue Stammstrecke kommt, sagen jedenfalls die Bahn und die Politik. Im kommenden Frühjahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Mit der zweiten Röhre bekommt München auch einen neuen Hauptbahnhof, wenn auch mit etwas Verzögerung. Die Stammstrecke wird 2026 fertig, der Bahnhof 2029.

So werden die Flächen im und um den Hauptbahnhof während der Bauzeit genutzt.

Über den Neubau des Terminals aus der Nachkriegszeit wird ebenso lange gestritten wie über die zweite Stammstrecke. 2003 setzte sich das Münchner Architekturbüro Auer+Weber mit einem futuristischem Entwurf durch. Der war der Bahn zunächst zu teuer, durch einen Anbau eines 75 Meter hohen Turmes an der Paul-Heyse-Unterführung wurde ihr Projekt rentabel genug, da damit mehr Miet-Flächen entstehen. Da mit dem Bau der 2. Stammstrecke in der jetzigen Schalterhalle ein 41 Meter tiefer und 40 mal 60 Meter breiter Schacht gegraben wird, in den man künftig per Luft oder Rolltreppe nach unten kommt, bietet es sich an, das alte Bahnhofsgebäude im Rahmen dieser Baustelle mit abzureißen und neu aufzubauen.

Als erstes wird die alte Schalterhalle abgerissen. Der Neubau soll dann Stück für Stück über der neuen Stammstrecke entstehen. Das ganze muss unter laufendem Betrieb geschehen. Während die Arbeiten für die 2. Stammstrecke im kommenden April beginnen, wird das neue Bahnhofsgebäude voraussichtlich ab 2023 bis Ende 2028/Anfang 2029 entstehen.

Die Vorarbeiten am Hauptbahnhof haben nach der Wiesn schon am Bahnhofsplatz begonnen, hier werden Leitungen neu verlegt, dass sie den künftigen Bauarbeiten nicht mehr im Wege stehen.

Am Bahnhofsvorplatz wird vor dem Eingang ein 41 mal 14 Meter großer und 40 Meter tiefer Schacht gegraben. Auch in der Bayerstraße wird ein runder Schacht mit einem Durchmesser von 17 Metern und einer Tiefe von knapp 28 gegraben. 

2. Stammstrecke: Wo die Stadt überall aufgerissen wird

Neuer Hauptbahnhof: So funktioniert die Baustelle

Der Baustellenverkehr soll im Uhrzeigersinn von der Arnulfstraße über Bahnhofsplatz, Bayerstraße und Paul-Heyse-Unterführung geführt werden.

Für die drei Schächte muss eine Erdmasse ausgebaggert und weggefahren werden, die die Frauenkirche bis zur Spitze der Türme ausfüllen könnte. Dazu kommt das Abbruchmaterial des alten Bahnhofes, das ebenfalls per Lkw entsorgt wird. Rund um den Bahnhof entstehen drei Flächen, zu und von denen aus regelmäßig Lastwagen fahren werden: Diese Zonen befinden sich im nördlichen Ladehof, im nördlichen Teil des Bahnhofsplatzes in der Schützenstraße sowie auf den Parkplätzen am nördlichen und südlichen Zugang zur Gleishalle. Die Bus-, Taxi- und Parkplätze werden an andere Plätze im weiteren Umfeld des Areals verlegt.

Die Bahn warnt: „Aufgrund der dichten Bebauung werden Einschränkungen für Fahrgäste und Besucher des Bahnhofs, aber auch für einige Geschäftsleute und Gewerbetreibende nicht zu vermeiden sein.“ So weit wie möglich sollen Ausweichmöglichkeiten angeboten werden. Auch im Bahnhof wird es komplizierte Wege für die Fahrgäste geben.

Johannes Welte

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