Stadt investiert 14 Millionen Euro

Not-OP am Schlachthof: Was saniert werden muss

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An mehreren Stellen im Schlachthof muss saniert werden.

München - Der Münchner Schlachthof ist teilweise in einem herunter gekommenen Zustand. Daher muss die Stadt Millionen in die Sanierung stecken. Am Donnerstag befasst sich die Stadt mit dem Sanierungplan. Wir erklären die wichtigsten Bausteine.

Der Schlachthof ist 140 Jahre alt. In den zwei Weltkriegen gab es etliche Bombenschäden, die geflickt wurden. Apropos Flickwerk: Zwar wurden Teile des Geländes zwischen 1964 und 1996 modernisiert, doch viele Flächen und Gebäude sind heruntergekommen. 

Jetzt muss die Stadt knapp 14 Millionen Euro in die Hand nehmen, sonst drohen Sperrungen und die Absage von Veranstaltungen. Vor allem der ehemalige Viehhof mit seinem Open-Air-Kino und den Metzgereifilialen ist marode. Dabei soll doch hier das neue Münchner Volkstheater entstehen. Am Donnerstag befasst sich der Stadt mit dem Sanierungplan

Wir erklären die wichtigsten Bausteine des Millionen-Vorhabens - orientieren Sie sich einfach an der Karte oben und den passenden Farben:

Orange: Freiflächen Viehhof: Neue Pflasterung, Sanierung der Außenmauer, Beseitigung von Graffiti, Grünpflege: 1,1 Mio. Euro.

Türkis: Sanierung Gewerbehallen: Brandschutz, Verkehrssicherung, Bauunterhalt: 2,3 Mio. Euro.

Gelb: Dachsanierung Verkaufshalle: Zenettistraße 7: 450.000 Euro.

Lila: Abriss Lkw-Waschanalge, Gebäudesanierung: Thalkirchner Straße 110/112 (Wohnhäuser), 325.000 Euro.

Dunkelgrün: Sanierung ehemalige Bank/Schule, Büros: Zenettistr./Tumblingerstraße: 350.000 Euro.

Braun: Abriss ehemalige Metzgerschule/Wasserhaus, Sanierung Torhaus: Anstelle der Schule wird eine Lkw-Waschanlage errichtet, anstelle des Wasserhauses entstehen Parkflächen. Das historische Torhaus wird saniert: 1 Mio. Euro.

Schwarz: Dachsanierung Halle 9+10: 380.000 Euro.

Blau: Umbau tierärztliche Fakultät/Tröpferlbad: Einbau von Aufzügen, Sanierung gefährdeter Dächer, Brandschutz, 2,4 Mio. Euro.

Grau: Amtstierärzte, Veterinäramt, Jugendtreff: Sanierung, neues Brandschutzkonzept mit Aufzug, zweiter Rettungsweg: 950.000 Euro.

Rot: Unterirdische Katakomben: Zwischen Viehhof südlich der Zenettistraße und Schlachthof nördlich verlaufen unter der Erde Gänge, durch die früher die Tiere zum Schlachten getrieben wurden. Da der Viehhof nicht mehr als solcher genutzt wird, sind sie unnötig geworden. Damit sie nicht einstürzen, müssen sie verfüllt werden: 370.000 Euro.

Wieso das Kommunalreferat den Sanierungsstau entstehen ließ, steht nicht in der Vorlage für den Ausschuss. Allerdings warnt Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD): „Ohne Ergreifung der vorgeschlagenen Maßnahmen muss mit der Untersagung und Aufgabe von Nutzungen von Teilen oder sogar kompletten Gebäuden und somit mit Leerständen auf beiden Arealen gerechnet werden.“ Rechnet man die Baukosten und die Pacht-Einnahmen gegeneinander auf, zahlt die Stadt beim Schlachthof bis 2022 rund neun Millionen Euro drauf!

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