Beschlussvorlage im Stadtrat

Oktoberfestung: So soll die Wiesn sicherer werden

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Die Wiesn soll in diesem Jahr durch diverse Maßnahmen sicherer gemacht werden.

München - Auf dem Oktoberfest sollen 2016 die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft werden. Der Stadtrat in München beschäftigt sich mit Details für die Wiesn.

Was ist die größte Gefahr fürs Oktoberfest? Zu viele Wiesn-Gäste! Weil es voriges Jahr am Tag der Deutschen Einheit zu einer gefährlichen Überfüllung kam, bessert die Stadt ihr Mitte April beschlossenes Sicherheitskonzept nach. Nun gibt es neue Details.

So soll die Zahl der Sitzplätze nicht mehr weiter wachsen. Und um die Besucherströme besser lenken zu können, stockt die Stadt das Sicherheitspersonal dramatisch auf. Neu sind „zwingend Taschen- und Zutrittskontrollen mit dem Ziel, dass verbotene Gegenstände nicht in das Festzelt eingebracht werden“ – so heißt es in der Beschlussvorlage, mit der sich der Stadtrat am Dienstag beschäftigt. Zu verbotenen Gegenständen gehören auch Flaschen. Mit den Kontrollen will man der „gewachsenen abstrakten Terrorgefahr“ begegnen, so Bürgermeister und Wiesnchef Josef Schmid (46, CSU). Und: Besucher sollen keinen Alkohol zum Vorglühen mitbringen.

Die schärferen Zutrittkontrollen sollen auch dazu führen, dass an den Samstagen, Sonntagen und dem Feiertag in der Früh „der Massenzustrom zu Zeiten des noch stattfindenden Lieferverkehrs bis 10 Uhr dosiert und für eine weitere Entspannung auf den Feststraßen sorgen sollte“.

Wenn die Wiesn wieder überfüllt sein sollte, werden die Eingänge mit Rollzäunen geschlossen. Schmid: „Sie ersetzen die weißroten Absperrbänder.“ Das Problem sind dann 40 000 ausgesperrte Reservierungsgäste – für sie soll es eigene Eingänge geben.

Mehr Kontrollen

Schon in den vergangenen Jahren fanden zunehmend Taschenkontrollen durch die Polizei statt, damit keine Flaschen, Waffen und andere gefährliche Gegenstände auf das Festgelände gelangen. An den Eingängen wird heuer wesentlich strenger kontrolliert – durch Sicherheitsdienste und Polizei.

Mehr Sicherheit

Die Anzahl der Security-Mitarbeiter der Stadt auf dem Gelände wird von zuletzt 250 auf 350 erhöht. Sie sollen auf dem Freigelände der Wiesn die Besucherströme lenken. Wenn etwa die Schaustellerstraße überfüllt ist, werden die Wiesnbesucher in andere Bereiche umgelenkt.

Neue Rollzäune

An den Eingängen sollen solche Rollzäune ­installiert werden, wie es sie etwa schon an der ­Allianz Arena gibt. Bei kompletter Überfüllung kann man diese Zäune ganz schnell ausrollen. Dann sind zwar die Eingänge zu, das komplette Gelände an sich ist aber nicht ­eingezäunt.

So wächst die Wiesn:

Entwicklung der Sitzplätze auf dem Oktoberfest

1995

2005

2015

Steigerung

Steigerung %

Festhallen

90 572

96 731

98 362

7790

8,6

Kleine Zelte

4351

6043

9733

5382

123,7

Oide Wiesn

0

0

13 536

13 536

100

Gesamt

94 923

102 774

121 631

26 708

28,14

Quelle: Landeshauptstadt München, Referat für Arbeit und Wirtschaft

Johannes Welte

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