Polizei bittet um Mithilfe

München brutal: Drei Taten sorgen für Entsetzen

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Der 37-jährige Freisinger liegt im Wachkoma, wird wohl schwere Hirnschäden davontragen.

München - Drei Schwerverletzte innerhalb nur eines Tages – diese traurige Bilanz muss jetzt die Polizei ziehen. München brutal! Die tz hat die Fakten:

Drei unfassbare Taten an nur einem Tag setzen die Münchner unter Schock. Ein 37-Jähriger wurde in der Schützenstraße niedergeschlagen, liegt im Wachkoma und wird bleibende Hirnschäden davontragen. Außerdem haben Jugendliche einen Mann (40) vor einem Supermarkt in Obergiesing schwer verprügelt. Und ein 39-Jähriger wurde derart gestiefelt, dass er zu erblinden drohte.

Freimann: Tritt-Attacke gegen Helfer

Wieder musste ein mutiger Bürger seine Zivilcourage teuer bezahlen. Mehrere Knochenbrüche im Gesicht, Not-OP! Das Opfer, ein 39-jähriger Lagerist, drohte sogar zu erblinden. Doch Ärzte konnten sein Augenlicht retten. Alles nur, weil der Mann einer Gruppe von Afrikanern helfen wollte.

Der Fall erinnert an den tragischen Tod von Dominik Brunner. Der Geschäftsmann wollte Kinder schützen, Jugendliche hatten ihn zusammengeschlagen. Der 50-Jährige starb. Das war im Jahr 2009.

Vergangenen Freitagabend, es ist 22.45 Uhr: der 39-jährige Lagerist steigt an der Haltestelle in der Heidemannstraße/Ecke Werner-Egk-Bogen (Freimann) aus einem Bus. Der Mann, selbst dunkelhäutig und mit afrikanischen Wurzeln, stößt dabei auf mehrere Jugendliche, die in Streit geraten sind: Fünf Kerle pöbeln gegen Afrikaner.

Anstatt wegzuschauen, entscheidet sich der 39-Jährige, die Gruppe anzusprechen. Er glaubt, die Afrikaner als junge somalische Flüchtlinge erkannt zu haben. Laut Polizei fordert er die Jugendlichen auf, die Afrikaner in Ruhe zu lassen. Die Lage beruhigt sich zunächst, die Jugendlichen machen sich aus dem Staub.

Doch kurz nachdem der Lagerist seinen Heimweg fortsetzen möchte, sieht er einen der fünf Streithähne neben sich. Dieser reißt dem 39-Jährigen die Aktentasche aus der Hand und rennt davon. Der Lagerist verfolgt ihn. Bis in einen Hinterhof. Dort lauern bereits die restlichen vier der Gruppe. Sie haben ihr Opfer in einen Hinterhalt gelockt! Der Mann kann sich nur noch daran erinnern, dass er mit einer Holzlatte niedergestreckt wird. Dann stiefeln ihn die Brutalos. Die Fußtritte gegen seinen Kopf sind so heftig, dass der 39-Jährige das Bewusstsein verliert. Ein Anwohner ruft die Polizei, die Jugendlichen flüchten. Hinweise an die Polizei unter der Telefonnummer 089/291 00.

Hauptbahnhof: Er liegt jetzt im Wachkoma

Die Polizei will die brutalen Schläger finden, die diesen Mann am vergangenen Freitag in der Schützenstraße (Bahnhofsviertel) übel zugerichtet haben. Noch viel mehr: der 37-jährige Freisinger wird schwere Hirnschäden davontragen. Laut Polizeisprecher Gottfried Schlicht liegt das Opfer derzeit im Wachkoma.

Die Polizei will die Schläger finden, die diesen Mann ins Wachkoma prügelten.

Was man bisher weiß: Der 37-Jährige rannte kurz vor Mitternacht über die Schützenstraße in Richtung Stachus – und vier schreiende Männer verfolgten ihn. Auf Höhe des Clubs Below 8 hatten sie den Freisinger eingeholt. Sofort schlug einer der Männer mit der Faust zu – dieser Schlag traf den 37-Jährigen im Gesicht. Das Opfer fiel benommen zu Boden, schlug mit dem Hinterkopf hart auf den Pflastersteinen auf. Regungslos und mit einer großen Platzwunde am Kopf blieb er liegen.

Sowohl der Täter als auch seine drei Begleiter suchten jetzt das Weite. Die Kriminalpolizei ist auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Wer hat etwas gesehen? Laut den Beamten ist der Täter zwischen 20 und 30 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß und trug ein rot gestreiftes Polo-­Shirt. Einer seiner drei Freunde fiel durch seinen nackten Oberkörper auf. Hinweise bitte an die Polizei unter der Telefonnummer 089/29 100.

Der 37-Jährige schwebte zunächst in akuter Lebensgefahr. Starke Gehirnblutungen verschlechterten seinen Gesundheitszustand dramatisch. Eine Not-OP rettete sein Leben. Seitdem liegt der Mann im Wachkoma. Die Ärzte befürchten bleibende Hirnschäden.

Obergiesing: Rätsel um Schädelbruch

Dieser Fall stellt die Ermittler noch vor einige Rätsel. Ebenfalls am vergangenen Freitag kam es vor dem Penny-Supermarkt in der Perlacher Straße in Obergiesing zu einer Auseinandersetzung zwischen drei Schülern und einem 40-Jährigen. Ende: Der Mann wurde mit einem Schädelbasisbruch ins Krankenhaus gebracht.

Doch was war passiert? Verschiedene Berichte von Augenzeugen sorgen für Verwirrung. Der beteiligte 14-jährige Schüler erzählt, der Mann wäre aggressiv auf das Trio zugesteuert. Die Freunde hätten sich nur mit einem Schubser gegen einen Angriff gewehrt. Der Giesinger, bei dem später ein Alkoholpegel von 2,6 Promille gemessen wurde, sei deshalb hingefallen und regungslos liegen geblieben.

Andere Zeugen behaupteten dagegen, die Aggression sei von den Schülern ausgegangen. Zwei von ihnen sollen mit Fäusten brutal auf den Mann eingeschlagen haben. Auch hier bittet die Polizei um Hinweise unter Telefon 089/291 00.

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