Vom Parkplatz zum Schmuckstück

Umgestaltung: Spektakuläre Pläne für den St.-Pauls-Platz

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Vor dem Hauptportal von St. Paul soll ein Platz mit Kirschbäumen entstehen. Heute parken hier Autos.

München - Eigentlich schön ruhig gelegen, ist der St.-Pauls-Platz in der Ludwigsvorstadt bisher vor allem schnöder Parkplatz. Das Baureferat hat jetzt beeindruckende Pläne zur Aufwertung vorgestellt.

„Eigentlich ist der St.-Pauls-Platz heute nichts weiter als ein großer Parkplatz“, sagt Florian Hochstätter vom Münchner Baureferat. Im Bezirksausschuss (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt präsentierte er jetzt die Pläne seiner Behörde für eine Neugestaltung des Platzes. Ziel ist es, die Kirche St. Paul, die zweithöchste Münchens, besser zur Geltung zu bringen und angemessen zu inszenieren. Der große Zuspruch bei der ersten Bürgerbeteiligung im Jahr 2013 trug mit dazu bei, dass die Stadt München nun die Planungen umsetzen will. Letztendlich werden die Einwohner entscheiden, was realisiert wird. So sieht es das neue, und in Zukunft für weitere Bauvorhaben gültige, Verfahren der Stadt vor. Die Einwohnerversammlung dazu findet am Dienstag, 7. Juni, statt.

Der Platz vor der Kirche könnte viel schöner sein

Aktuell bietet der Platz rund um die Kirche wenig Aufenthaltsqualität. An der Südseite plätschert das Brünnlein im Schatten. Zuviel Grün führe hier zu Angsträumen, so Hochstätter. Das Baureferat will deshalb schrittweise Büsche zurückschneiden lassen und den alten Baumbestand ersetzen. An der Nordseite sind das Alltags- und Hochzeitsportal wegen der zu breiten Straße nicht angemessen nutzbar. „Es wäre schön, wenn man in Zukunft heiraten, fotografieren und verweilen kann, ohne überfahren zu werden“, sagte Hochstätter.

Das besondere Augenmerk des Referats liegt aber auf der Westseite mit dem Hauptportal. Hier könnte man die Fahrbahn deutlich verschmälern und einen neuen Platz mit Kirschbäumen schaffen, die Besucher durch Blüten im Frühling und Schatten im Sommer erfreuen sollen. „Man könnte die Fahrbahn auf 5,50 Meter verschmälern oder ganz für den Durchgangsverkehr sperren“, erklärte Hochstätter. „Unsere Verkehrsplaner haben das geprüft. Hier fahren nur knapp 600 Fahrzeuge am Tag durch, was sehr wenig ist. Eine Sperrung und Abfahrt über den Bavariaring oder die Herrman-Lingg-Straße zur Schwanthalerstraße wäre kein Problem.“ Eine Sperrung der Landwehrstraße ist dagegen nicht vorgesehen. Der Brunnen samt Stein könnte an die Westseite verlegt werden und besser zur Geltung kommen. Der Erbauer des Brunnens sei hocherfreut.

Nur 84 Parkplätze bleiben erhalten

Von heute 142 Parkplätzen rund um den St.-Pauls-Platz blieben nach allen Maßnahmen noch insgesamt 84 übrig. Zusätzlich könnten durch weitere Schrägparkplätze am Bavariaring zwischen Pettenkofer- und Uhlandstraße noch 20 bis 22 Parktaschen entstehen. Es bestehe hier ohnehin kein großer Parkdruck, hieß es im Bezirksausschuss. Von einer Tiefgarage unter dem Platz rät Hochstätter eher ab, weil diese eine sehr große Zufahrt samt Einhausung bräuchte. Das Baureferat hat bisher nicht geprüft, ob diese mögliche wäre.

Der Ausschuss setzt sich für eine Straßensperre vor dem Hauptportal ein und plant einen großen, durchgehenden Kirchvorplatz. Die Zufahrt zu den Häusern bliebe für die Anwohner, wie auch in Fußgängerzonen üblich, erhalten. „Das letzte Votum haben aber die Bürger Anfang Juni“, betont BA-Vorsitzender Alexander Miklosy (Rosa Liste). „Wir wollen nur alle Möglichkeiten vorbereiten.“

Bettina Ulrichs

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