tz erklärt das Projekt

Viehhof: Volkstheater und Wohnungen kommen, Kino soll weg

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Münchner demonstrierten im Sommer für den Erhalt des Viehhof-Kinos.

München - Die Münchner lieben ihren Viehhof. Jetzt hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung einen ersten Entwurf vorgestellt, was aus dem das 7,1 Hektar großen Gelände werden könnte.

Großflächige Graffitis, exzellentes Programmkino und ein alternativer Schotterbiergarten: Die Münchner lieben ihren Viehhof. Jetzt hat das zuständige Referat für Stadtplanung und Bauordnung einen ersten Entwurf dessen vorgestellt, was die Stadt in Zukunft mit dem 7,1 Hektar großen Gelände in der Isarvorstadt machen könnte. Ein Biergarten und ein Kino sind darin nicht vorgesehen.

„Wir sind hier in einem Stadtgebiet, in dem sich in den nächsten Jahren einiges tun wird“, sagt Kommunalreferent Axel Markwardt. Das Gelände gehört der Stadt und ist eingerahmt von denkmalgeschützten Gebäuden und Mauern. Die Stadt hat das Architekturbüro Speer & Partner beauftragt zu zeigen, was machbar ist.

  • Das Volkstheater soll auf 10.000 Quadratmetern dort gebaut werden, wo derzeit der Viehhof-Biergarten liegt. Bis 2020 läuft der Theater-Mietvertrag in der Brienner Straße. Der Stadtrat hat dem Neubau schon zugestimmt. Das neue Theater soll eine große Bühne mit 600 Sitzplätzen und einen zweiten Saal für 200 bis 250 Zuschauer bekommen. Außerdem ist ein Multifunktionsraum geplant.
  • Für Gewerbe soll es rund 16.500 Quadratmeter Fläche geben.
  • Auf 38.780 Quadratmetern könnten 417 Wohneinheiten auf fünf Stockwerken entstehen, dazu kommen zwei Kitas. Zur Bahnlinie soll es eine Lärmschutzwand geben.
  • 18.500 Quadratmeter sind für Grünfläche vorgesehen, weil’s im Viertel sowieso wenig Grün gibt. Außerdem leben an der Viehrampe seltene Eidechsen. Deshalb soll die Rampe so gestaltet werden, dass sie nicht zum Spielen einlädt und die Eidechsen weitestgehend ungestört sind. Von der Thalkirchner zur Tumblinger Straße soll es einen Weg für Fußgänger und Radler geben.

Der Stadtrat soll nach der Sommerpause über die Pläne abstimmen. „Es ist ein Konzept, das in Etappen realisiert werden kann und in dem Zwischennutzungen noch einige Zeit existieren können“, sagt Stadtdirektorin Susanne Ritter. Noch bis zum Mai besteht in einer leeren Industriehalle der Kulturraum Bahnwärter Thiel, er weicht dem Open-Air-Kino und Biergarten. Der Vertrag läuft heuer aus. „Doch das Open Air Kino muss so lange funktionieren wie möglich – bis die Bagger anrollen“, sagt Ritter.

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