Anwohner klagen über Lärm

Zu viel Kultur in der Isarvorstadt?

+
In der Kritik: sommerlicher Kino-Abend auf dem Viehhof.

München - Die Anwohnerklagen bei abendlichen Veranstaltungen im Viertel häufen sich. Das wird nun Thema bei der nächsten Bürgerversammlung.

Die einen feiern, die anderen leiden. Nächtlicher Lärm stört manchen Anwohner in der Ludwigs- und Isarvorstadt. Es scheint, dass die Fälle sich häufen. „Das Thema brennt uns auf den Nägeln“, sagt Alexander Miklosy (RoLi), Chef des Bezirksausschusses (BA).

Aktuell haben sich alteingesessene Bewohner aus der Tumblingerstraße nahe der Zenettiplatz beschwert. Über die Jahre sei das Viehhof-Kino immer lauter geworden. „Es tost und dröhnt lauter als der eigene Fernseher“, sagen sie. Man höre – besonders in den oberen Stockwerken – die Kinowerbung, die Durchsagen des Veranstalters und das Getöse der Besucher. Im Frühjahr drang bereits die Musik des „Wannda Circus“ sogar durch die geschlossenen Schallschutzfenster im Hinterhof, so die Anwohner. Das Festival läuft regelmäßig eine Woche im Frühjahr, der Betreiber organisiert auch den Weihnachts-Märchenbazar auf dem Viehhof. Die Anwohner sehen sich das ganze Jahr einer nächtlichen Dauerbeschallung gegenüber, zusätzlich zum immensen Lkw-Verkehr im Viertel.

Sowohl der Viehhof-Kino Betreiber Hartmut Senkel als auch Daniel Hahn, der die anderen Veranstaltungen organisiert, zeigen sich in der jüngsten BA-Sitzung gesprächsbereit. „Das Geschäft betreibe ich seit 20 Jahren, den Viehhof bespiele ich seit 2011. Das Miteinander mit den Anwohnern ist mir sehr wichtig“, so Senkel. Deshalb habe bereits einen zusätzlichen akustischen Begrenzer eingebaut. Wenn er zu leise drehe, beschwerten sich aber seine Kinogäste. Grundsätzlich haben die Veranstalter sehr exakte Vorgaben vom Kreisverwaltungsreferat. Die Anlagen werden eingemessen. „Wir können gar nicht lauter drehen“, so Hahn. Der BA empfiehlt den Anwohnern, Lärmmessungen in ihren Wohnungen zu beantragen.

„Wir haben im Viertel an vielen Stellen ein Spannungsfeld zwischen Anwohnern und Kultur“, sagt Fabian Preger von der SPD. Die Grüne Silvia Haas bekräftigt: „Das nimmt überhand. Das Viehhof-Gelände sei nur ein Beispiel. Miklosy: „Es zieht sich wie ein Geschwür durch das ganze Viertel. Wir hören Klagen über immer mehr nächtliche Partys in Häuserblocks und andere Ruhestörungen.“ Besonders gewerbliche Gastronomie breite sich unerlaubt aus, wie kürzlich ein Hotel an der Lindwurmstraße, das nachts ungenehmigt auf einer Terrasse ausschenkte und die Hinterhöfe benachbarter Häuser beschallte. „Es gibt ähnliche Fälle aus der Baaderstraße und der Buttermelcherstraße“, berichtet Miklosy. „Ich will das Thema auf der Bürgerversammlung am 10. November diskutieren.“

auch interessant

Meistgelesen

Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Der große Test: So schmeckt‘s auf dem Tollwood
Der große Test: So schmeckt‘s auf dem Tollwood
Zwei Seniorenheime werden plattgemacht
Zwei Seniorenheime werden plattgemacht

Kommentare