Bei Majestätsbeleidigung

Maibockanstich! Django Asül verrät: "Ich stehe unter Söders Schutz"

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Dr. Markus Söder und Django Asül - Maibock-Anstich 2015 im Hofbräuhaus.

München - Mittwoch Abend ist es wieder so weit: Beim großen Maibockanstich im Hofbräuhaus derbleckt Kabarettist Django Asül die bayerische Politprominenz. Das tz-Interview:

Ja, zum neunten Mal schon liest Asül den Politikern die Leviten (ab 22 Uhr zeigt der BR den großen Auftritt). Erfahrung pur also. Die tz sprach mit dem niederbayerischen Türken vor seinem Auftritt über Majestätsbeleidigung, über Präsident Erdogan und das Redenschreiben:

Grüß Gott Herr Asül. Haben Sie Angst heute vor dem Auftritt im Hofbräuhaus? Satiriker leben ja derzeit gefährlich in Deutschland …

Django Asül: Nein, ich habe ja nicht vor, eine Majestät zu beleidigen. Und wenn doch – ich stehe natürlich unter dem ganz persönlichen Schutz von Finanzminister Markus Söder.

Und das hilft?

Django Asül: Logisch, weil sich Bayern da von der Bundesregierung gar nicht reinreden lässt. Bei Nix. Ich genieße Immunität – sozusagen.

Wird der türkische Präsident Erdogan in Ihrem Programm eine Rolle spielen?

Django Asül: Er hat glücklicherweise keinen Antrag auf Erwähnung gestellt. Mal sehen. Aber alleine Markus Söder gibt mir ja Stoff, um theoretisch zwei Stunden lang zu reden.

Ist er vielleicht Ihr Lieblingspolitiker?

Django Asül: Nein! Einen Liebling gibt es nicht. Ich bin absolut unparteiisch beim Derblecken. Wer was liefert, der kommt dran.

Und Christine Hader­thauer?

Django Asül: Naja, halt! Zaubern kann ich jetzt auch nicht. Die hat sich ja unsichtbar gemacht.

Was ist das Besondere am Maibockanstich?

Django Asül: Dass er nur einmal im Jahr ist. Ernsthaft. So freut man sich riesig auf diesen Auftritt. Zudem hast Du die, die Du zu Recht kritisierst, fast alle direkt vor Dir sitzen. Für jeden Kabarettisten ist das ein Traum.

Wie bereitet man so eine Rede vor?

Django Asül: Ganz akribisch und digital. Also ich sitze vor meinem Laptop – ja, auch wir in Niederbayern haben sowas – und sortiere Äußerungen von Politikern. Da durchsuche ich das ganze Internet. Dann überlege ich, wo was hinpasst.

Verraten Sie uns ein Beispiel?

Django Asül: Den de Maizière hab ich gerade im Visier. Der verunsichert ja die Bürger dermaßen mit seinen Aussagen, dass man fragen muss: Was will der damit eigentlich bezwecken?

Probt man dann den Auftritt?

Django Asül: Klar. Man schaut sich auch vor dem Auftritt nochmal den Raum und alles im Hofbräuhaus ganz genau an. Und dann leg ich mit meinen Stichwort-Karten los. Schön ist doch, dass es diese Art des Derbleckens nur bei uns in Bayern gibt. Nirgends sonst auf der Welt. Das ist eine ganz eigene Art der Majestätsbeleidigung.

Armin Geier

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