Attacke auf Zugbegleiterin

Mann greift Frau an: Schuss am Hauptbahnhof

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Hier spielten sich die Szenen ab.

München - Am Starnberger Flügelbahnhof hat am Mittwoch ein 37-jähriger Polizeihauptmeister der Bundespolizei einen Warnschuss abgegeben. Er stoppte damit einen 60-jährigen psychisch Kranken, der zuvor eine 25-jährige Zugbegleiterin sowie mehrere Polizisten mit einem Messer angegriffen hatte.

Der Notruf ging gegen 7.40 Uhr bei der Bundespolizei ein. Eine 43-jährige Zugbegleiterin gab an, dass eine ihrer Kolleginnen an Gleis 26 von einem Mann mit einem Messer bedroht werde. Die Bundespolizei, die nur wenige Meter davon entfernt ihre Wache hat, war nur Sekunden später vor Ort. Die Beamten forderten den Mann auf, sofort das Messer fallenzulassen. Doch der Angreifer reagierte weder auf Aufforderung, noch auf das Pfefferspray, dass die Polizisten einsetzen. Auch mit einem Schlagstock ließ er sich das Messer nicht aus der Hand schlagen. Stattdessen kam er mit dem Schweizer Klappmesser mit einer Klingenlänge von etwa acht Zentimetern weiter auf die Beamten zu. „Er machte wilde Bewegungen unmittelbar vor den Polizisten“, berichtete Thomas Borowik, Polizeihauptkommissar bei der Bundespolizei.

Deshalb sah sich der 37-jährige Einsatztrainer gewzungen, einen Warnschuss zwischen Wand und Boden abzugeben. Ein Schuss in die Decke hätte laut Borowik eventuell einen gefährlichen Querschläger ausgelöst.

Der abgegebene Schuss wirkte: Der 60-jährige Münchner ließ das Messer fallen und lief die Treppe hinunter zur Arnulfstraße Richtung Paul-Heyse-Unterführung. Die Polizisten rannten ihm nach und konnten ihn überwältigen.

„Ich war gerade in meinem Büro am Starnberger Flügelbahnhof und habe draußen Geschrei gehört“, sagt der Bahn-Elektriker Adrian Chiricesun. Zuerst dachte er, es sei ein „ganz normaler Streit“. Doch als ein Schuss fiel, wurde ihm klar: Diesmal ist es etwas Ernsteres. Draußen bei den Gleisen sah der 38-Jährige, dass alles abgesperrt ist. „Später haben dann zwei Männer die Szene nachgestellt“, erzählt der Bahn-Angestellte. „So etwas habe ich bisher noch nie erlebt.“ Chiricesun ist froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt weiter – gegen den 60-Jährigen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Es wird geprüft, ob der Mann in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht wird.

Adrian Chiricesun.

weg/wie/dop

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