Prozess

Mann prügelt Blinde in U-Bahn - weil sie ihn berührt hatte

München - Weil eine Blinde aus Versehen den Arm eines Mannes berührt hat, tickte dieser in der U-Bahn komplett aus. Am Montag trat das Opfer vor Gericht und erzählte von der Horror-Fahrt.

Mutig tastet sich Miriam P. (Name geändert) mit ihrem Blindenstock durch den Gerichtssaal. Sie setzt sich, ganz aufrecht, dann beginnt sie mit zittriger Stimme gegen ihren Peiniger Robert K. (40) auszusagen. 

Der Mechaniker hat sie am 4. Mai in der U-Bahn tätlich angegriffen. Laut Anklage packte er sie am Kragen und stieß sie durch den Waggon. „Ich hatte keine Chance mich zu wehren, flog gegen die Scheibe und hatte große Angst“, sagt Miriam P. 

Ihr Arm hatte den Mechaniker zuvor wohl leicht gestreift, der dann ausgetickt ist. „Ich hatte meine Medikamente nicht genommen“, sagt K., der seit Jahren unter einer Schizophrenie leidet. Er gab am Montag auch zu, Miriam P. sowie die zur Hilfe gerufenen Polizisten übel beleidigt zu haben. 

Sie selbst erlitt bei der Attacke eine Gehirnerschütterung und Prellungen. „Nach dem Vorfall hatte ich lange Angst, wieder U-Bahn zu fahren“, sagt sie. „Aber heute geht es mir besser.“

Robert K. muss nun Schmerzensgeld an sie zahlen. Zudem droht ihm die Unterbringung in der Psychiatrie. „Es tut mir sehr leid“, sagte er am Montag. Miriam P. hat seine Entschuldigung nicht angenommen. Das Urteil fällt am nächsten Montag.

Andreas Thieme

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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