Wegen versuchten Mordes vor Gericht

Mann sticht auf Nachbarn ein - wegen Klopfgeräuschen

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Angeklagt wegen versuchten Mordes: Dorian W. (24) vorm Landgericht.

München - Nach dem 27. Juli 2015 war Karl B.s Leben nicht mehr so wie vorher: Damals soll sein Nachbar durchgedreht sein und siebenmal mit einem Brotmesser auf ihn eingestochen haben. Der Grund war nichtig: Klopfgeräusche.

Am 27. Juli vorigen Jahres änderte sich das Leben von Karl B. (36) grundlegend. Damals soll sein Nachbar durchgedreht sein, B. gepackt und zu Boden gerungen, Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und siebenmal mit dem Brotmesser auf ihn eingestochen haben. Nur eine Not-OP rettete B. das Leben. Und alles offenbar nur, weil sich das Opfer über stundenlange Klopfgeräusche aus der Wohnung des Angreifers Dorian W. (24) beschwert haben soll.

Der kam einen Tag nach dem vermeintlichen Angriff in die Psychiatrie ins Isar-Amper-Klinikum München-Ost. Seit gestern muss er sich aber wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vorm Landgericht München II verantworten. Dort schwieg Dorian W.

"Bald bist du wieder in Haar"

Ein Brief von ihm an seine Mutter zeigt, wie er den Abend aus seiner Sicht erlebt hat. Er schreibt, dass der Nachbar mit beiden Fäusten gegen die Tür geschlagen und Sturm geklingelt habe. Dann soll Karl B. ihm unversehens mit der Faust aufs Auge geschlagen – und ihn in den Würgegriff genommen haben. „Ich musste mich wehren“, beteuert er in dem Brief. Die Freundin von B. habe geschrien: „Bald bist du wieder in Haar!“

Die Staatsanwaltschaft glaubt W. nicht. Er soll vielmehr aus der Wohnung gestürmt sein. Dann habe er sich auf den 36-Jährigen gesetzt und geschrien: „Du Sau, ich bring dich um!“ Mit einem 15 Zentimeter langen Brotmesser stach er mehrfach auf sein Opfers ein. „Ich konnte nicht mehr atmen. Ich wusste, dass es zu Ende geht, wenn keiner kommt.“ Zum Glück kamen zwei Nachbarn …

Noch heute hat der Systemingenieur Probleme mit der Lunge. Und als er die Vorladung zum Gerichtsprozess bekommen hat, ist er in eine „Krise“ geraten, kann sich an seinem Arbeitsplatz nicht mehr konzentrieren und ist deshalb krank geschrieben. Der Prozess dauert an.

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