Anwohner in Sorge

Drogen und Gewalt: Aufregung um Alten Botanischen Garten

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Der Alte Botanische Garten gilt unter vielen Anwohnern in der Maxvorstadt schon lange nicht mehr als Erholungsfläche.

München - Wachsende Drogen- und Gewaltkriminalität in der Parkanlage werden immer mehr zum Problem. Die Anwohnern fordern von der Stadt, zu handeln.

Der Alte Botanische Garten gilt unter vielen Anwohnern in der Maxvorstadt schon lange nicht mehr als gemütliche Erholungsfläche. Immer wieder verunsichern die Bevölkerung Meldungen über Polizeieinsätze, bereits mehrfach ist es dort zu Vergewaltigungen und anderen Straftaten gekommen. Ursache dafür ist, dass sich die Szene rund um den Hauptbahnhof mit seiner Drogenkriminalität offenbar teilweise bis in die Parkanlage verlagert hat. Viele Bürger stört mittlerweile zudem, dass sich in der Anlage vor allem abends Menschen ansammeln, die lärmen und Alkohol trinken.

Die Bürgerversammlung in der Maxvorstadt hat nun die Stadt zum raschen Handeln aufgefordert. Um gegen drogensüchtige und gewaltbereite Gruppen vorzugehen, sollen mehr Streetworker in das Areal geschickt werden. Eine knappe Mehrheit der anwesenden Anwohner schloss sich zudem einem Antrag an, im Alten Botanischen Garten eine feste Parkaufsicht einzurichten. Die Bürgerin, die das Anliegen in die Sitzung eingebracht hatte, erklärte, dies sei nötig, weil die Polizei schließlich nicht ständig anwesend sein und nach dem Rechten schauen könne. Die Maßnahmen könnten demnach ein Versuch sein, die Situation zu verbessern, die sich nach Ansicht der Antragstellerin im Alten Botanischen Garten in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich verschärft habe.

Der Leiter der Polizeiinspektion 12 in der Maxvorstadt, Stephan Funk, hatte sich zu Beginn der Bürgerversammlung gegen den Eindruck verwahrt, die Polizei tue nichts gegen Kriminalität in dem Park. Der Bereich rund um den Hauptbahnhof, der auch den Botanischen Garten mit einschließt, sei ein Schwerpunkt der polizeilichen Tätigkeiten im Viertel. Rund 500 Mal sind laut Funk allein im vergangenen Jahr größere Einheiten eingesetzt worden mit einer Mannschaftsstärke um die 30 Beamte. Die Maxvorstadt, so der Chef der Inspektion, sei nach wie vor einer der sichersten Münchner Stadtteile.

Die Maxvorstädter Polizei hatte bereits im September im örtlichen Bezirksausschuss zur Kriminalitätsentwicklung im Alten Botanischen Garten Stellung genommen. Schon seit mehr als zehn Jahren passiere in dem Park immer wieder etwas, derzeit sei aber „kein Anstieg der Gewaltdelikte zu erkennen, der uns nervös macht“, hatte Polizeivertreter Thomas Oswald erklärt. Die Zahl der sogenannten Kontrolldelikte – also zum Beispiel Straftaten mit Drogen – sind laut ihm nach oben gegangen, weil mehr Kontrollen durchgeführt werden. Ein Antrag der CSU-Fraktion, die Stadt solle Notrufsäulen, Videoüberwachung und ein generelles Alkoholverbot im Alten Botanischen Garten durchsetzen, war im September im Bezirksausschuss noch mehrheitlich abgelehnt worden.

Philipp Nowotny

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