Mode zum Kilopreis

Kleidermarkt-Nachfolger: Neuer Secondhand-Tempel für München

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Gut 10.000 Teile warten auf 150 Quadratmetern auf neue Besitzer.

München - Seit der Schließung des Kleidermarkt im Tal saßen Secondhand- und Vintage-Mode-Fans in München mehr oder weniger auf dem Trockenen. Jetzt sind die Kleidermarkt-Macher zurück und eröffnen bereits ihren zweiten Laden in München - unter neuem Namen und mit neuem Konzept.

Als der Kleidermarkt im Tal schloss, endete für viele Münchner eine Ära. In dem riesigen Secondhandladen hatten sich Generationen junger Leute mit individuellen und dennoch günstigen Klamotten vom Bundeswehr-Parka bis zum 70er-Jahre-Hemd eingedeckt, lange bevor H&M und Co Kleidung zur Billig-Ware machten. 

Trotz des Vormarsches der großen internationalen Mode-Ketten ist Secondhand nie aus der Mode gekommen, erlebte stattdessen in den letzten Jahren wieder einen Aufschwung. Der Kleidermarkt, aus dem immer eine leichte Note von Mottenkugeln waberte, musste im Februar 2014 trotzdem einem edlen Einrichtungsladen weichen. Zwar gibt es in München seitdem noch einige Secondhandläden, doch für eine Kleidermarkt-ähnliche Riesenauswahl inklusive punkig-hippieskem Flair musste man auf andere Städte ausweichen.

Statt mitten im Tal findet sich der neue Secondhandladen in der Maxvorstadt.

Jetzt sind die Kleidermarkt-Macher zurück in München - mit neuem Namen und neuem Konzept. "PicknWeight" heißt das neue Geschäft. Die Idee: Im Laden sucht man sich die Kleidungsstücke aus, wiegt sie dann aber ab, wie in der Gemüseabteilung im Supermarkt. So erhält man den Preis des einzelnen Stücks. Mode zum Kilopreis. Jeans, Lederbekleidung und Sweatshirts zum Beispiel kosten 25 Euro je Kilo. Seidenkleider und Marken-Vintage-Stücke gibt es ab 85 Euro je Kilo. Anfang Dezember wurde ein erstes Geschäft eröffnet, in der Schellingstraße nicht mehr ganz so zentral gelegen wie einst im Tal, dafür mitten im hippen Studenten- und Ausgehviertel Maxvorstadt. Ende Februar folgt der zweite Laden - dann auch wieder in der angestammten Lage. Am 27. Februar öffnet das neue Geschäft im Tal 15 seine Pforten. In dem 150 Quadratmeter großen Laden in der Maxvorstadt warten gut 10.000 Teile auf neue Besitzer und echte Liebhaber. Im neuen Laden im Tal werden es etwa 20.000 Kleidungsstücke auf über 250 Quadratmetern. In bester Kleidermarkt-Tradition gibt es das klassische Secondhandsortiment von den 50ern bis zu den 90ern, vom Dirndl oder Cocktailkleid bis zur Baseballjacke. Dazu jede Menge Accessoires und Ware aus Japan und den USA.

Das erste Geschäft zeigt derweil, das Konzept funktioniert: "Die Eröffnung unseres PicknWeight-Stores war ein riesiger Erfolg", freut sich Geschäftsführerin Leila Mesgarzadeh. Wir sind uns sicher, dass wir uns an unserem neuen Standort etablieren können. Wie unsere Kunden, fanden auch wir es sehr schade, dass wir uns 2014 mit dem Kleidermarkt aus München verabschieden mussten“, sagt sie. Mesgarzadeh betreibt sämtliche PickNWeight-Stores in Deutschland und seit 1989 die Berliner Vintage-Läden und Kleidermarkt-Geschwister „Made in Berlin“, „Colours“ und „Garage“.

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Myriam Siegert

Myriam Siegert

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