In der Maxvorstadt

Ringen um Flächen am Altstadtring-Tunnel

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Mehr Grün verspricht die Planung den Anliegern. Die hätten sich aber noch großzügigere verkehrsfreie Flächen gewünscht.

München - Breitere Radwege, 60 neue Bäume und „maximal viel Grün“ – so präsentierte das Münchner Baureferat seine Planung für die Oberflächengestaltung am Altstadtringtunnel. Anrainer zeigen sich enttäuscht.

Eigentlich wollte der Stadtrat noch in diesem Sommer über die Baumaßnahmen entscheiden, die die Sanierung des Altstadtringtunnels nach sich zieht. Das verzögert sich, weil sich in der Zwischenzeit Bauvorschriften geändert haben, sagte Horst Schiller vom Baureferat am Dienstagabend vor dem Bezirksausschuss Maxvorstadt. Erst im Oktober soll voraussichtlich eine Beschlussvorlage fertig sein. Der Stadtrat könnte dann erst im nächsten Jahr abstimmen. Gelingt es, diesen Zeitplan zu halten, dann könnten laut Schiller die Arbeiten im Jahr 2018 starten und bis 2022 abgeschlossen sein.

In den letzten Jahren sorgte beim Dauerthema „Tunnelumbau“ vor allem die Oberflächengestaltung für Aufregung unter den Anrainern. Der Bezirksausschuss und das Münchner Forum kritisierten die bisher bekannten Pläne als „zu wenig ambitioniert“. Die Stadt verpasse die Chance, ein attraktives Entree für das Kunstareal rund um die Pinakotheken zu schaffen lautet das Resümee eines Anrainer-Treffens im Mai. Das bedauern die Bürger in der Maxvorstadt umso mehr, als sie die Chance vertan sehen, ihr ganzes Viertel besser an die Altstadt anzuschließen.

Die Umbauarbeiten seien für den ganzen Bereich ein Gewinn, hielt Florian Hochstätter vom Baureferat am Dienstag dagegen. Vom Maximiliansplatz im Süden werde sich das Grün nach Norden zur künftig kürzeren Tunnelrampe am Oskar-von-Miller-Ring und zur Gabelsbergerstraße ziehen. Zwar müssten 18 geschützte Bäume gefällt werden, es kämen aber 60 neue Bäume hinzu. „Wir können nur Flächen gestalten, die nicht begangen oder befahren werden“, sagte Hochstätter. „Die meisten dieser neuen Flächen befinden sich im nördlichen Bereich an der Gabelsbergerstraße.“

Vor dem Gebäudekomplex der BayernLB wird die Gabelsbergerstraße von derzeit sieben Spuren mit Mittelinsel auf fünf Spuren reduziert. Dadurch entsteht ein Bereich zum Rasten mit Sitzgelegenheiten. Auf der nördlichen Straßenseite, vor der Markuskirche, bleiben die Bestandsbäume erhalten. Vor dem Oskar-von-Miller-Forum sollen zusätzliche 500 bis 600 Quadratmeter vom Straßenverkehr befreit werden. Diese von der Straße abgesetzte Fläche preist die Verwaltung als „adäquates Vorfeld“ für das Kunstareal.

Durch die Verkürzung der Tunnelrampe am Oskar-von-Miller-Ring können Fußgänger und Fahrradfahrer den Altstadtring künftig ebenerdig queren. Die bisherigen Straßenunterführungen sollen abgebrochen werden. Das werte den Weg ins Kunstareal auf, sagte Hochstätter.

Martin Fürstenberg vom Münchner Forum zeigte sich am Dienstag enttäuscht. „Es ist weiterhin bei straßenbegleitendem Grün geblieben, weite Plätze sind nicht erkennbar“, sagte er. „Das Baureferat sollte sich noch einmal aufraffen, hier den Stadtraum zu verbessern.“ Wichtig sei, vor dem Stadtratsbeschluss noch einmal den Dialog mit den Bürgern zu suchen, um deren Anregungen zu diskutieren. Bezirksausschusschef Christian Krimpmann (CSU) forderte das Baureferat auf, vor dem Beschluss einen Bürgerinformationstermin anzusetzen.

Der Tunnel am Altstadtring Nordwest muss aus Sicherheitsgründen grundlegend saniert werden. Das Bauwerk ist seit 1972 in Betrieb. Kernstück der Modernisierungsarbeiten ist eine neue Mittelwand, die alle 60 Meter mit Fluchttüren ausgestattet sein wird. Um dafür Platz zu schaffen, führen künftig lediglich zwei Spuren Richtung Osten. In Richtung Westen verbleiben drei Spuren. Zusätzlich sollen unter anderem Videokameras, Ventilatoren, Notrufeinrichtungen und Funkkabel eingerichtet werden. Dadurch sei der langfristige Erhalt des Bauwerks für mindestens weitere 25 Jahre gesichert, heißt es vom Baureferat.

von Philipp Nowotny

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