Er sorgt für überraschende Wende

Obszönster Nachbar-Zettel der Stadt: Der "Lustmolch" spricht

Ein paar der Begriffe waren so obszön, dass wir sie schwärzen mussten. Hier können Sie den Zettel vergrößern.

München - Über den womöglich "obszönsten Nachbar-Zettel Münchens" hatten wir im August berichtet. Jetzt meldet sich der Mann zu Wort, der für die lauten Sex-Geräusche verantwortlich ist - und sorgt für eine Wende.

"Betrifft: Ihr Sexualleben": Das stand über einem Treppenhaus-Zettel, über den wir im August berichtet hatten. Dieser ist zum Schießen - oben können Sie ihn in voller Länge nachlesen. Ein Nachbar hat sich darin über den Sex-Lärm beschwert. Ein Auszug: "Ich freue mich ehrlich für Sie, dass Sie in Ihrem fortgeschrittenen Alter (optisch geschätzt 45 Jahre, ich hoffe Sie sind nicht beleidigt, wenn ich danebenliege?) offenbar körperlich noch gut beieinander und sogar multiorgasmusfähig sind (nach Ihrem Geschrei zu urteilen 3-5x pro Stunde, Respekt!"

Der Anwohner moniert, dass der Dirty Talk des liebestollen Pärchens für die Nachbarn viel zu laut zu hören ist. Und führt Beispiele an. Die Freundin sei "ein geiles Luder", sei für die Nachbarn zu hören gewesen, zudem sei das Gemächt "hart wie Beton". Diese Begriffe schallten wohl etwas zu laut hörbar für die Anwohner durchs Treppenhaus. Der Zettel war die Folge - und ein Foto davon wurde von User Klaus zu unserer "Wir suchen lustige Aushänge und Zettel aus München und Bayern"-Aktion eingesendet.

Überraschende Wende: Foto-Einsender hat den Zettel wohl selbst verfasst

Jetzt gibt es die überraschende Wende. Denn der "Lustmolch" selbst, der Grund für die Beschwerde war, hat sich an unsere Redaktion gewandt. Anonym zwar bzw. unter dem Decknamen "Donald Duck", es bestehen jedoch kaum Zweifel an seiner Identität, da er sowohl die genaue Adresse des Hauses (die nicht veröffentlicht wurde) in der Maxvorstadt benennen kann wie auch den Namen des Nachbarn, der uns das Foto geschickt hat.

Denn - das ist die überraschende Wende - den Zettel hat unser User Klaus offenbar nicht nur fotografiert. Sondern auch selbst verfasst. Klaus ist aus dem Haus inzwischen weggezogen, der lautstarke Stöhner - nennen wir ihn weiterhin Donald - wohnt dort weiterhin.

"Wir haben unsere Glas-Schiebetür offen gelassen, das war ein Fehler"

Und er hat ein paar Dinge klarzustellen zu dem Sex-Wirbel in der Maxvorstadt: "Nun ja, wir haben seinerzeit unabsichtlich unsere große Glas-Schiebetür zum Innenhof offengelassen, das war ein Fehler", räumt Donald ein. Zumal seine Freundin auch noch als Beamtin in München arbeite. "Nur zwei Sachen zur Klarstellung: 1) Ich bin 51 Jahre alt und nicht 45, gesunde Ernährung und regelmäßig Sport helfen halt doch. Und zweitens, unser Ex-Nachbar ist bzw. war neidisch, auch wenn er dies bestritten hat." Dann zielt Donald auch noch beleidigend unter die Gürtellinie, was wir hier lieber nicht wiedergeben möchten.

Dass beim Sex mit seiner Partnerin die wilden Worte gefallen sind, die auf dem Zettel zitiert wurden, das könne durchaus sein, gesteht Donald. Die Zitate seien "leider möglicherweise richtig (es wurde kein Audio-Protokoll mitgeschnitten...), es tut uns wirklich leid, dass die Nachbarn daran partizipieren mussten."

lsl 

Wir suchen lustige Zettel und Aushänge

Schön, dass der Stoff nicht ausgeht bei unserer "Lustige Aushänge gesucht"-Aktion. Erst kürzlich hatten wir über den Sex-Aushang in einem Münchner Treppenhaus berichtet, den uns eine Userin geschickt hatte.

Eine Auswahl der bisher von uns gesammelten Skurrilitäten sehen Sie in der Fotostrecke unten. Und separate Artikel aus unserer Aktion können Sie etwa über eine Sex-Beschwerde, über Trockenraum-Ärger, über einen Wut-Strafzettel, über den lustigsten Urlaubs-Aushang Münchens oder über den Zwei-Parkplätze-Beleger lesen.

Wir setzen weiterhin auf IHRE Mithilfe: Haben Sie lustige Zettel, Hinweisaushänge oder ähnliches entdeckt und fotografiert? Schicken Sie's uns - per Whatsapp-Service, über das Leserreporter-Tool oder auch gern per E-Mail an onlineredaktion@tz.de.

Auch weitere Zettel haben uns in den vergangenen Tagen erreicht - Sie finden also bald Nachschub. Auch in der Fotostrecke unten.

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