Das sagt die Polizei

Schießerei in der Maxvorstadt: Die Polizei-PK zum Nachlesen

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Großeinsatz in der Maxvorstadt: Nach rund drei Stunden konnten Polizisten den Täter überwältigen.

München - Wie kam es am Dientagabend zu der Schießerei in der Georgenstraße Ecke Zentnerstraße? Die Pressekonferenz der Münchner Polizei am Mittwoch gibt's hier - zum Nachlesen und im Stream.

Hier die wichtigsten Informationen aus der PK:

  • Der 40-jährige Iraker wurde vorläufig festgenommen. Nach bisheriger Einschätzung soll gegen ihn Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt werden.
  • Das Opfer wurde ins künstliche Koma versetzt. Ob der 24-jährige Syrer überlebt ist noch nicht sicher. Die getrennt lebende Ehefrau des Irakers, ebenfalls 24, wurde nicht verletzt.
  • Nach derzeitigem Ermittlungsstand war der Einsatz der Schusswaffen durch die Beamten gerechtfertigt. Das Bayerische Landeskriminalamt ermittelt hinsichtlich des polizeilichen Schusswaffengebrauchs. Insbesondere die genaue zeitliche Einordnung des Geschehens bedarf noch eingehender Untersuchung.
  • Die Mordkommission München führt die Ermittlungen zum versuchten Tötungsdelikt. 

+++ Zum polizeilichen Schusswechsel: Fünfzehn Schüsse sollen durch die Beamten abgegeben worden sein. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass die Beamten unmittelbar mitbekommen haben, wie der Täter auf das Opfer schoss, als sie gerade dazukamen. Deshalb scheint es laut Polizei zum derzeitigen Zeitpunkt gerechtfertigt, dass die Beamten die Schusswaffe einsetzten, um den Angriff abzuwehren.

+++ Außerdem gibt es eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt bei der Staatsanwaltschaft Memmingen; den Inhalt kenne man aber noch nicht. Ansonsten sei der Beschuldigte nur mit kleineren Vermögensdelikten in Erscheinung getreten bislang. 

+++ Seit diesen Vorfällen befinden sich die Kinder in Obhut des Jugendamtes. 

+++ Die Mutter reiste daraufhin mit den Kindern ins Ausland. Ihr Mann zeigte sie wegen Entziehung der Kinder an, doch auch diese Anzeige wurde eingestellt, weil das Jugendamt zu jedem Zeitpunkt wusste, wo die Kinder waren. Die Mutter hatte auch zugesichert, die Kinder auf Aufforderung zurückzubringen.

+++ Im Oktober vergangenen Jahres kam es in München zu zwei Anzeigen. Einmal von der Ehefrau: Von ihr soll der 40-jährige Iraker im Rahmen einer Streiterei - es soll wieder um die Kinder gegangen sein - ein Messer genommen und sie aufgefordert haben, mit dem Messer auf ihn einzustechen. Sie habe das abgelehnt. Er wiederum sagte, sie habe ihn angegriffen, das Küchenmesser versteckt hinter einem Tuch, und habe ihn im Nacken mit zwei Stichen verletzt. Es stand Aussage gegen Aussage, Zeugen waren nicht dabei.

+++ Laut Oberstaatsanwalt Steinkraus-Koch ist der Tatverdächtige vorläufig festgenommen. Nach bisheriger Einschätzung gehe man davon aus, gegen ihn Haftbefehl wegen versuchten Mordes zu beantragen. Dafür seien zumindest die niederen Beweggründe anzunehmen. Ob es sich auch um Heimtücke handle, müsse geprüft werden. Inwieweit das Opfer des 40-Jährigen sich eines Angriffs versah, wisse man bisher nicht.

Polizeilicher Schusswaffengebrauch wird extern untersucht - Polizei bittet um Fotos von Anwohnern

+++ Man wisse, das Fotos von Anwohner gemacht worden sein. Manche hätten das schon vermarktet und Medien zur Verfügung gestellt. Die Polizei hoffe trotzdem, dass sich noch Anwohner fänden, die ihnen Bilder zugänglich machten.

+++ Laut Pressesprecher Markus da Gloria Martins wird der polizeiliche Schusswaffengebrauch wird von einer externen Dienstelle, dem Landeskriminalamt, untersucht. Das sei vor allem wichtig in Hinsicht des eben genannte Projektils. Es sei eine Standardmaßnahme, die Untersuchung aus den eigenen Händen zu geben. 

+++ Anwohner, die in dem Straßenzug wohnen, und die etwas mitbekommen haben, sollen sich bei der Polizei melden. Vor allem wichtig wäre, zu erfahren, wie es vor der Tat zu der Anfangsauseinandersetzung kam.

Täter wurde nach drei Stunden überwältigt

+++ Gottseidank sei keine weitere Person verletzt worden, obwohl viel geschossen wurde. Drei Autos wurden beschädigt. 

+++ Die Frau ist unverletzt, war aber zur Beobachtung wegen Schocks in der Nacht im Krankenhaus. 

+++ Der Täter wurde bei der Überwältigung nicht verletzt, kam aber wegen dem Schuss in den Oberschenkel in weitere Behandlung. Vernehmungsfähig war er bisher nicht. Vielleicht könnte sich das heute ändern.

+++ Ein Projektil, dass das Opfer traf, stammte wohl nicht aus der Tatwaffe des Irakers, sondern möglicherweise von der Polizei. Jetzt müsse abgeklärt werden, ob bei dem Schusswechsel der Geschädigte auch von der Polizei getroffen wurde oder möglicherweise durch einen Querschläger. Hinweise auf einen weiteren Täter, der flüchtig ist, gebe es aber nicht.

+++ Die Spurensicherung fand Projektile. Die Tatwaffe, ein Revolver, ist illegal. Während des Einsatzes hatte der Tatverdächtige wohl gegenüber Beamten geäußert, die Waffe in Tschechien gekauft zu haben, möglicherweise auch mit der Absicht, so habe er wohl angedeutet, diese auch irgendwann gegen den 24-jährigen Syrer einzusetzen.

+++ Das Opfer konnte sich noch vom Tatort ein Stück entfernen und wurde erstversorgt, auch durch Passanten, unter denen ein Arzt war. Dann wurde er ins Krankenhaus gebracht. Nach jetzigem Stand hat er drei Schussverletzungen im linken Oberkörper und Oberarm und befindet sich im künstlichen Koma. Das dient der Stabilisierung. Derzeit könne aber nicht ganz gesagt werden, ob er das überlebt oder nicht.

+++ Der Täter wurde am Oberschenkel verletzt und konnte sich nicht mehr bewegen.

Zeitlicher Ablauf der Schießerei noch nicht ganz klar

+++ Im Rahmen der Nothilfe hätten die Beamten nach derzeitigem Stand daraufhin das Feuer eröffnet.

+++ Der zeitliche Ablauf, wann Schüsse fielen - ob Beamte schon da waren oder nicht - muss laut Kraus noch geprüft werden. Die Beamten trafen nach derzeitigem Ermittlungsstand ein, sprachen die Beteiligten an, dann kam es zur Schussabgabe auf den Syrer durch den 40-Jährigen.

+++ Es kam zu verbalen Streitigkeiten, im weiteren Verlauf gipfelten sie darin, dass der Iraker auf den neuen Lebensgefährten Schüsse abgab. 

+++ Der 40-jährige Iraker war laut Markus Kraus nach aktuellem Ermittlungsstand auf seine getrennt lebende Ehefrau getroffen, die mit ihrem neuen, ebenfalls syrischen Lebensgefährten unterwegs war (beide 24 Jahre alt). Sie hatten wohl getrennte Termine bei einer Gutachterin wegen Sorgerechtsstreitigkeiten in Tatortnähe und trafen zufällig aufeinander.

+++ Streifen wurden hingeschickt. Auf der Anfahrt sahen sie zwei Straßenzeilen weiter gegen 19.09 Uhr den aktuellen Schusswechsel.

+++ Gegen 17.50 bekam die Polizei im Polizeinotruf Informationen über einen Gefährdungssachverhalt in einem Café.

+++ Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft München ist anwesend, von der Polizei München der Leiter der Mordkommission, Markus Kraus. Außerdem Polizeisprecher Markus da Gloria Martins.

kf

Schießerei in der Maxvorstadt - Bilder

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