Serie: Das bringt das neue Jahr für den Stadtbezirk

Pläne für 2016: Auf neuen Wegen durch die Maxvorstadt

Soll im Sommer fertig sein: das neue Siemens-Hauptquartier. Foto: Marcus Schlaf
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Soll im Sommer fertig sein: das neue Siemens-Hauptquartier.

München - Offener, transparenter und attraktiver soll die Maxvorstadt im Jahr 2016 werden, und in erster Linie werden dazu neue Wegebeziehungen beitragen. Für das Viertel steht auch sonst einiges aus dem Programm.

Im Sommer soll die neue Konzernzentrale von Siemens nach knapp dreieinhalbjähriger Bauzeit feierlich eröffnet werden. Auf dem Gelände zwischen Wittelsbacherplatz und Oskar-von Miller-Ring werden letztlich bis zu 1200 Mitarbeiter Platz finden. Besonders wertvoll für die Maxvorstadt: Die Pläne des Kopenhagener Architekturbüros Henning Larsen sehen eine weitläufige Passage vor. Sie soll einen Durchgang zwischen der Innenstadt und dem Kunstareal bilden. Letzteres dürfte so gefühlt näher an das Stadtzentrum heranrücken. Auch Cafés, Restaurants und eigene Ausstellungen sind auf dem neuen Campus geplant. Die Stadt und das Unternehmen erhoffen sich mit dem neuen Areal eine Art neues Quartier, das Münchner wie Touristen zum Flanieren und Verweilen einlädt.

Dringend: Sanierung des Altstadtringtunnels

In direkter Nachbarschaft steht bereits das nächste Großprojekt an, das die Maxvorstadt längere Zeit beschäftigen wird: Der 1972 eröffnete Altstadtringtunnel muss dringend saniert werden – vor allem in Sachen Verkehrssicherheit und Brandschutz. Bereits seit einiger Zeit laufen hierfür genauere Planungen – heuer soll der Stadtrat endlich über die Genehmigung des Projektes entscheiden. Für die Maxvorstadt bedeutet das beispielsweise: die Verkürzung der westlichen Tunnelausfahrt, um so dem aus Norden über die Ludwigstraße kommenden Verkehr ein direktes Linksabbiegen über den Oskar-von-Miller-Ring auf den Altstadtring zu ermöglichen. Die Konsequenz: Die chronisch verstopfte Brienner Straße wird deutlich entlastet. Auch der oft ungewollt genommene Umweg über die Türkenstraße zurück in Richtung Norden ist dann nicht mehr möglich. Zudem ermöglicht die veränderte Verkehrsführung die so oft geforderte Fußgänger- und Fahrradquerung des Rings auf Höhe der Markuskirche.

Museumsviertel: Entschleunigung für mehr Attraktivität

Ohnehin sind alle Projekte eng verknüpft mit der sogenannten Modifizierten Alternative 5. Nachdem der Stadtrat dieser im letzten Jahr zugestimmt hat, soll nun die Einbahnstraßenregelung rund um die Pinakotheken aufgehoben, und der Verkehr entschleunigt werden. Das Museumsviertel, so die Hoffnung der Planer, werde dadurch attraktiver. Die Gabelsbergerstraße, die für Radler wegen ihres Autobahn-Charakters bisher unattraktiv war, wird zudem beidseitig Schutzstreifen erhalten.

So wird eine sichere Radverbindung zwischen Arcis- und Ludwigstraße angeboten. Stadt und Bezirksausschuss erhoffen sich davon, dass sich das Kunstareal besser in den Stadtteil integrieren lässt – und weniger als von Verkehrsachsen umgebene Kulturinsel wahrgenommen wird. Im Zuge der Arbeiten gehen nach Schätzung des Planungsreferates allerdings knapp neunzig Parkplätze verloren.

Mehr Platz zum Parken am Josephsplatz

An anderer Stelle im Viertel wurde allerdings Parkraum geschaffen. In diesem Jahr wird das unterirdische Anwohnerparkhaus am Josephsplatz eröffnet. 265 Fahrzeuge werden dann ab dem Frühjahr im Untergrund Platz finden. In der von hohem Parkdruck geprägten Maxvorstadt ein Segen für die Bewohner. Bei der Oberflächengestaltung des Josephsplatzes – sie soll bis zum Sommer abgeschlossen sein – werden die Anwohner dann vermutlich genau hinsehen. Sind doch die anfänglichen Bürgerproteste wegen der Baumfällungen vielen noch in Erinnerung. Auch der Bezirksausschuss war nicht immer glücklich mit der Umsetzung der Baumaßnahmen. War er es doch, der den Frust der Anwohner abbekam, obwohl sich das Bürgergremium selbst oft unzureichend durch die Stadt informiert fühlte.

Das Viertel bekommt eine neue Buslinie

Außerdem wird das Stadtviertel Ende Mai um eine neue StadtBus-Linie bereichert. Die Linie 150 soll zukünftig vom Hauptbahnhof zum Englischen Garten verkehren und dabei sowohl die beiden Hauptcampi von TU und LMU, als auch die Institute an der Oettingenstraße bedienen. Er fährt dann montags bis freitags von 6 bis 20 Uhr im 10-Minuten-Takt und abends bis 22 Uhr alle 20 Minuten.

Lukas Ferring

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