"Eliteschule des Sports"

Bald Eröffnung: Ein neues Gymnasium für Sportbegabte

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Übungen am neuen Gymnasium: Salome Benz vom Baureferat (li.) spielt Stadtschulrätin Beatrix Zurek den Ball zu. Die wird ihn gleich gekonnt zurückpritschen. Siegfried Trautmannsberger vom Bildungsreferat und Architekt Daniel Schroeter (re.) begnügen sich mit der Zusschauerrolle.

München - In wenigen Wochen bekommt München ein neues Gymnasium. Das Haus an der Knorrstraße in Milbertshofen ist aber keine gewöhnliche Schule. An der „Eliteschule des Sports“ sollen sportliche Talente besonders gefördert werden.

Trotz der Sommerferien ist in den Gängen ordentlich Betrieb. Arbeiter in Latzhosen tupfen mit großen Pinseln blaue Farbe an die Wände. Andere schieben Wagen voller silberner Mülleimer durch die Eingangshalle. Und draußen auf dem Fußballplatz verschrauben zwei Männer die Tore im Rasen. Den „letzten Schliff“ nennt Salome Benz vom Baureferat das.

In weniger als drei Wochen geht die Schule wieder los, dann muss alles fertig sein. Noch stehen in der Schulbibliothek keine Bücher, in manchen Klassenräumen fehlen noch Tische und Stühle, die Regale der Vorbereitungsräume im Trakt für Naturwissenschaften sind noch leer. Salome Benz und Stadtschulrätin Beatrix Zurek sind jedoch zuversichtlich: „Es wird alles pünktlich fertig.“

Der Unterricht im Gymnasium München-Nord kann also zum 13. September beginnen. Die neue Schule an der Knorrstraße, direkt neben der U-Bahnstation Am Hart, ist das 39. öffentliche Gymnasium in München. 900 Schüler sollen das Ganztagsgymnasium besuchen. Es ist jedoch keine gewöhnliche Schule, der weiße Flachdachbau trägt den vielversprechenden Titel „Eliteschule des Sports“.

Mauer zur Ertüchtigung: Auch eine Boulder-Wand gibt es. Noch fehlen die Griffe, die Löcher dafür sind aber schon gebohrt.

Auf dem Schild neben dem Eingang prangt das Logo des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) inklusive olympischer Ringe. Eliteschule des Sports – das bedeutet, dass ab der achten Klasse eine von vier Klassen pro Jahrgang eine sogenannte Leistungssportklasse ist. In diesen Sportklassen sollen sportlich besonders talentierte Schüler gefördert werden. Diese Schüler kommen, so stellt es sich das Schulreferat vor, aus ganz Bayern. Und weil in diesem Schuljahr nur die Jahrgangsstufen fünf bis sieben belegt sind, wird es erst im darauffolgenden Schuljahr eine Leistungssportklasse geben.

Zunächst bietet die Schule unter anderem Bogenschießen, Judo, Leichtathletik, Schwimmen, Trampolinturnen und Volleyball an. Dafür wurde die mit dem Schulgebäude verbundene Turnhalle extra ausgerüstet. Die Dreifachturnhalle ist mit einer Höhe von zehn Metern auch für Volleyball-Bundesligaspiele zugelassen. Im Keller befindet sich ein 15 mal 15 Meter großer Judoraum.

„Das war für uns natürlich Neuland“, sagt Siegfried Trautmannsberger vom Schulreferat, aber die Sportverbände hätten sie kräftig bei der Planung und Umsetzung unterstützt. Auf dem Schulgelände gibt es einen großen Rasenplatz, ein Beachvolleyballfeld und eine 45 Meter lange Boulder-Wand. „Die ist eigentlich aus der Not heraus geboren“, sagt Trautmannsberger über die etwa zwei Meter hohe Wand, an der Schüler ohne Seil, aber gesichert durch Matten klettern werden. „Wir brauchten einen Sichtschutz“.

Modern: Eines der Klassenzimmer des Sportgymnasiums. Die Möbel sind schlicht funktional. Die Atmosphäre ist eher kühl.

Fester Bestandteil des Pausenhofs sind außerdem Fitnessgeräte aus Edelstahl, die auch in den Pausen genutzt werden sollen. Das Gymnasium ist nach modernsten Maßstäben konzipiert. „Wir wollen natürlich den Schulbesuch schöner machen“, sagt Zurek.

Die Schule ist deshalb nach dem Münchner Lernhauskonzept gebaut. Neben dem Hauptgebäude und der Turnhalle gibt es drei zweigeschossige Lernhäuser, in denen jeweils sieben Klassenräume zu einer Lerngruppe zusammengefasst sind. 150 bis 180 Schüler haben in einem Lernhaus Platz. Das soll die Lernkultur fördern und die Anonymität aufheben.

Die Schüler der Klassen fünf bis zehn werden dort zusammen untergebracht sein, die älteren Schüler in den Stufen Q11 und Q12 haben einen eigenen Trakt. Die Lernhäuser sind sehr hell. Viele Klassenräume haben Glaswände. An einigen Stellen kann man durch das Haus hindurchsehen, auf den Sportplatz. Das Zentrum eines Lernhauses ist das sogenannte Forum, in dem ein paar Sitzsäcke bereitstehen.

Noch gibt es einiges zu tun, aber das Sekretariat ist immerhin schon besetzt, sogar Blumen stehen schon auf dem Schreibtisch. Das Gymnasium München-Nord ist bereit. 333 Fünft- bis Siebtklässler starten ins neue Schuljahr. Fünf weitere moderne Gymnasien hat die Stadt bereits geplant. „Wir haben noch Großes vor bis 2030“, kündigt Schulreferentin Beatrix Zurek an. Die Stadt wächst, deshalb wird der Bedarf an neuen Schulen nicht weniger werden.

Caspar von Au

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