Beatrix N. starb 2013 am Petuelring

Von Lkw überrollt: Mahnmal erinnert an tote Radlerin

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Andreas Groh vom ADFC (v.l.), Stadträtin Katharina Horn und Beatrix N.s Lebensgefährtin Maria S.

München - Schmerz, Trauer, Leid: Der Tod eines geliebten Menschen tut weh. Immer. Besonders schlimm ist es, wenn der Tod hätte verhindert werden können. Wie bei Beatrix N. († 53). Jetzt erinnert ein Mahnmal an sie:

An der Kreuzung Knorrstraße/Petuelring (Milbertshofen) steht ein weißes Fahrrad. Es soll aufrütteln. Es soll die Leute aufmerksamer machen – damit nicht noch mehr Unfälle passieren wie jener, der Beatrix N. aus dem Leben gerissen hat

Am 11. September 2013 war die Biologin mit dem Rad unterwegs. Sie wollte die Knorrstraße überqueren. Ein LKW bog gleichzeitig nach rechts in die Knorrstraße ab, der Fahrer ließ einen Rollstuhlfahrer und einen Jogger passieren – Beatrix N übersah er aber. Sie kam aus dem toten Winkel, hatte keine Chance: Der tonnenschwere Laster erfasste und überrollte sie. Jede Hilfe kam zu spät …

Der Lkw-Fahrer hatte die Frau beim Abbiegen übersehen.

Maria S. (56) schüttelt den Kopf. Sie sagt: „Es gibt mittlerweile Sicherheitsassistenten für Lkw …“. S. war die langjährige Lebensgefährtin von Beatrix N. Sie machte sich für das Mahnmal für ihre geliebte Freundin stark, wandte sich an den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club München (ADFC) und die Stadtrats-ÖDP. Diese haben schon mehrere weiße Radl aufgestellt. An fünf Orten in München erinnern sie an Unfälle, bei denen Menschen gestorben sind. „So ein weißes Fahrrad wird nicht unbedingt einen Unfall verhindern, aber es kann die Leute aufmerksamer machen“, sagt S.. Ihr eigener Schmerz holt sie immer wieder ein, „ich habe aber meinen eigenen Weg gefunden, damit umzugehen“, sagt sie. Dem Lkw-Fahrer macht sie keinen Vorwurf. „Fehler können passieren. Das Problem ist die Politik“, sagt sie energisch. So sieht das auch Andreas Groh vom ADFC: „In Kopenhagen gibt es viel mehr Radverkehr als in München, aber weniger Unfälle!“

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Was sind die Gründe für die vielen Unfälle in München? „Der Verkehrsfluss ist wichtiger als Menschenleben“, sagt ÖDP-Stadträtin Katharina Horn. Ihre Forderungen: mehr Kontrollen durch die Polizei und bessere Radwege bei neuen Projekten. Und natürlich: mehr Aufmerksamkeit – und zwar von allen!

Florian Fussek

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