Schwer verletzt

Flüchtlingskind Garib (3) vermisst

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Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften sucht die Polizei seit Mittwochabend nach Garib.

München - Im Münchner Norden ist ein dreijähriges Flüchtlingskind verschwunden. Die großangelegte Suche blieb bislang ohne Ergebnis.

Garib war bei einem Lagerfeuer im Wald zu nahe an die Flammen geraten und hatte sich Verbrennungen zugezogen. Sein Vater wollte Hilfe holen und ging in die Stadt. Den Dreijährigen ließ er bei einer syrischen Familie. Seit Mittwochabend waren mehr als 250 Einsatzkräfte und 85 Suchhunde im Einsatz. Sie durchkämmten 7,1 Millionen Quadratmeter Waldfläche – ohne Ergebnis. Die Polizei geht derzeit nicht von einer Straftat aus.

Garib und sein Vater kommen aus Mossul im Norden Iraks. Am Mittwochabend gegen 18 Uhr setzte ein Schlepper die beiden zusammen mit einer fünfköpfigen syrischen Familie am Rastplatz „Am Hartlholz“ an der A 99 ab. Die Flüchtlinge gingen gemeinsam in ein nahegelegenes Waldstück, um sich auszuruhen. Da es ihnen kalt wurde, entfachte die Gruppe ein Lagerfeuer. Plötzlich gerieten Arme und Beine der linken Körperhälfte des Buben in Flammen. Dabei erlitt Garib Verbrennungen. Der 44-jährige Vater machte sich in Richtung Stadt auf den Weg, um Hilfe zu holen. Seinen Sohn ließ er bei der syrischen Familie. In einer Tankstelle an der Ingolstädter Straße erzählte er einem Sicherheitsmann, was passiert war. Gegen 21.15 Uhr wurde die Polizei alarmiert. Da der Vater den Weg zu seinem Sohn nicht mehr genau beschreiben konnte, suchten in der Nacht Polizisten mit Hilfe der Rettungshundestaffel nach dem Kind. Da es in der Nacht auf Donnerstag stark neblig war, konnte nicht gleich ein Hubschrauber eingesetzt werden. Am Donnerstag setzten die Einsatzkräfte die Suche fort. Mit Hubschraubern, Wärmebildkameras und Flächensuchhunden wurde nach dem vermissten Bub gesucht. Gefunden wurde er bisher nicht. Auch die Feuerstelle fanden die Einsatzkräfte laut Polizei nicht. Rundrufe in Erstaufnahmeeinrichtungen und Krankenhäusern blieben ebenfalls erfolglos.

Die Polizei bittet nun um Mithilfe bei der Suche nach dem Vermissten. Garib ist etwa 80 Zentimeter klein, 25 Kilogramm schwer und hat dunkle, glatte Haare. Er hat ein Muttermal am rechten Schulterblatt. Bekleidet war er mit einer blauen Jacke, einer grauen Sporthose, einem schwarzen T-Shirt mit roten und weißen Streifen, schwarzen Schuhen und einer schwarzen Wollmütze. Auf der linken Seite ist die Kleidung – wenn er diese noch trägt – durch den Brand beschädigt. An seiner linken Körperhälfte hat er Verbrennungen. In seinem schwarzen Rucksack sind sowohl seine, als auch die Ausweispapiere seines Vaters. Die Polizei geht davon aus, dass der Bub mit der fünfköpfigen syrischen Familie unterwegs ist. Wer Hinweise geben kann, wo sich Garib aufhält, wird gebeten, sich unter 089/29 10-0 zu melden.

Stefanie Wegele

Stefanie Wegele

E-Mail:stefanie.wegele@merkur.de

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