Anbieter klagen über schlechtes Geschäft

Milder Winter bringt Taxlern Einbußen

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Zu häufig an: Die Anzeige auf den Münchner Taxis.

München - Anbieter klagen über schlechtes Dezember-Geschäft und hoffen nun auf einen munteren Fasching.

Der milde Winter hat den Münchner Taxlern bisher das Geschäft vermiest. Im Dezember fehlten die „Spontanfahrten“, die es bei schlechter Witterung üblicherweise gebe, sagt Reinhard Zielinski vom Vorstand der Genossenschaft Taxi-München. Der Dezember sei normalerweise sehr umsatzstark. Zum Alltagsgeschäft kämen Konzert- und Theaterbesucher, die sich lieber mit dem Taxi vor die Tür fahren lassen, als sich auf dem Weg von der S-Bahn im Schneematsch nasse Füße zu holen. Auch ältere Menschen, die bei Schnee- und Eisglätte Angst vor Stürzen haben, zählten zu den typischen Winter-Kunden.

Christian Hess, Geschäftsführer der IsarFunk Taxizentrale, nennt Menschen, die bei Schneeglätte das eigene Auto lieber stehen lassen, sich aber auch nicht der chronisch verspäteten S-Bahn anvertrauen wollen, als weitere Kunden. Auch extrem kalte Nächte, nach denen zahlreiche Privat-Pkw morgens nicht anspringen wollen, sorgten jedes Mal für ein gutes Geschäft.

All das blieb in diesem Winter bisher weitgehend aus. Auf 20 bis 25 Prozent schätzt Zielinski die Einbußen durch den milden Winter. Das sei zwar noch nicht existenzbedrohend, „aber es war im Dezember schwieriger, Speck für den traditionell umsatzschwachen Januar anzusetzen, wenn die Jahresrechnungen kommen.“

„Unser Winter war’s nicht“, resümiert Zielinski, der sich zumindest für den Fasching ein wenig Frost und Schnee wünscht. Der späte Wintereinbruch, das glaubt auch Christian Hess, könne zwar einen besseren Start ins Jahr 2016 bringen. Doch ausgleichen könne das die Dezember-Verluste nicht. Selbst der im Moment extrem günstige Spritpreis habe die Umsatzeinbußen nur abgemildert, aber nicht ausgeglichen.

Hess schildert die Situation dramatischer als Zielinski und verweist darauf, dass die Tarife seit Jahren nicht mit den Kosten Schritt gehalten hätten. Nicht zuletzt wegen des seit einem Jahr geltenden Mindestlohns reiche die für März angekündigte Tariferhöhung um 6,7 Prozent nicht aus. Aber, räumt er auch ein: „Man muss in München keine Existenzängste haben.“  

sc

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