Konzern baut das Traditionshaus um

Millionen-Kur für die Rinecker-Klinik

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Die Rinecker-Klinik hat eine neue Außenfassade bekommen.

München - Neue Technik, Räume und Ärzte: Ein Konzern baut die Rinecker-Klinik an der Isar komplett um. Die tz hat sich mal umgeschaut.

Neue Räume für das chirurgische Klinikum München Süd.

Neue Räume, neue Technik, neue Chefärzte: Die traditionsreiche, aber in die Jahre gekommene ­Chirurgische Klinik Dr. Rinecker wird derzeit mit einer Millionen-Kur aufgepäppelt – verordnet von der neuen Eigentümerin, der Tutzinger Artemed-Gruppe. Sie hatte das Spezialkrankenhaus am Thalkirchner Isarkanal Anfang vergangenen Jahres vom Erben und Namensgeber Dr. Hans Rinecker gekauft. Nun will der Klinik-Konzern (zehn Kliniken, jährlich 60 000 Patienten) seinen neuesten Standort mit einem Paket an strategischen Maßnahmen fit machen für den knallharten Wettbewerb am Münchner Gesundheitsmarkt.

Dazu gehört auch ein neuer Name – und der lautet ab sofort: Chirurgisches Klinikum München-Süd. Was das modernisierte 250-Betten-Haus alles zu bieten hat, davon können sich Patienten am Sonntag von 11 bis 17 Uhr bei einem Tag der offenen Tür ein Bild machen.

Dabei soll unter anderem das komplett umgestaltete Erdgeschoss als neues logistisches Herzstück der Klinik präsentiert werden. Es beherbergt jetzt neben einem neuen Empfangs-, Patientenaufnahme- und Sprechstundenbereich eine neue radiologische Abteilung (zum Beispiel mit Röntgen, CT und Kernspin) und vor allem eine hochmoderne Notaufnahme. „Sie ist Stützpunkt für den Thalkirchner Notarzt“, berichtet Artemed-Geschäftsführer Dr. Clemens Guth im tz-Gespräch. „Er wird von unseren Ärzten gestellt und kommt auf fast 5000 Einsätze pro Jahr – die meisten in München.“

Bauarbeiten im Gebäude laufen weiter

Neue Geräte.

Derweil laufen im Gebäude die Bauarbeiten weiter. Bereits Ende Mai werde ein neuer, siebter Operationssaal fertiggestellt – genauer gesagt ein sogenannter Hybrid-OP, erläutert Guth. Das ist ein 65 Quadratmeter großer Saal, der mit modernsten Bildgebungstechniken ausgestattet ist. Er soll unter anderem für Herz-Operationen genutzt werden – etwa zum Einsetzen künstlicher Herzklappen mithilfe eines Katheterschläuchleins durch die Leiste (Fachbegriff: TAVI-Klappen).

Außerdem sollen Renovierungsarbeiten auf den Stationen folgen. Die Höhe der Investitionssumme wollte Geschäftsführer Guth nicht preisgeben. Kein ­Geheimnis ist allerdings, dass die Millionen-Kur mit Krankenhaus-Fördermitteln des Freistaats unterstützt worden ist.

Neben den baulichen und logistischen Maßnahmen hat die Artemed-Gruppe auch personell einiges verändert. Dr. Guth: „Wir haben fünf neue Chefärzte an Bord geholt.“ Der vielleicht prominenteste Name: Dr. Heinz Röttinger. Der renommierte Endoprothetiker, also ein Spezialist für Gelenkersatz, kehrt aus Bahrein nach München zurück. An der Isar hatte er sich früher vor allem als Hüft- und Knie-Spezialist der Orthopädischen Chirurgie München (OCM) einen Namen gemacht. Nach ihm ist in der medizinischen Fachliteratur ein spezielles, gewebeschonendes Operationsverfahren benannt, der sogenanne Röttinger-Zugang.

Röttinger-Comeback sorgt für Aufsehen

Neuer Empfang.

In der Gesundheitsbranche wird das Röttinger-Comeback mit großem Interesse verfolgt. Das hat auch wirtschaftliche Gründe: Denn die Endoprothetik gehört zu den stark wachsenden und besonders lukrativen Bereichen der spezialisierten Medizin. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 400 000 Eingriffe dieser Art vorgenommen, die meisten davon zum Einsetzen neuer Hüft- oder Kniegelenke. Anders als in manchen ländlichen Regionen herrscht im Großraum München ein enormer Konkurrenzkampf um die Gelenkersatz-Patienten.

Für die Artemed-Gruppe ist die Endoprothetik am Standort München aber auch deshalb interessant, weil sie in Feldafing am Starnberger See eine eigene Reha-Klinik betreibt. Sie soll von der Zusammenarbeit mit der ehemaligen ­Rinecker-Klinik profitieren. „Herr Dr. Röttinger wird dort auch selbst Visiten durchführen“, bestätigt Geschäftsführer Guth gegenüber der tz.

Andreas Beez

Andreas Beez

E-Mail:Andreas.Beez@tz.de

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