Contra neue Wohnungen

Anwohner protestieren gegen Modellprojekt am Dantebad

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Der SC Amicitia und die Anwohner fordern einen neuen Standort.

München - Das geplante Gebäude am Dantebad stößt bei den Anwohnern für wenig Gegenliebe. Auch ein Verein setzt sich gegen die Planungen zur Wehr.

Dabei hat sich die Idee so gut angehört - das Modellprojekt der Stadt am Dantebad. Entlang der Homerstraße soll ein vierstöckiges Gebäude entstehen - über den Parkplätzen. Doch gegen den Standort regt sich Widerstand!

Dass die Stadt Wohnungen bauen muss, ist unbestritten. Erst vor wenigen Tagen hatte der Stadtrat ein Sofortprogramm abgesegnet. 3000 Wohnungen in Holzmodulbauweise! Da geht es auch um das Parkplatz-Projekt.

In Moosach sollen die Wohnungen 18 Quadratmeter groß sein. Eine Kochzeile, eine Nasszelle. 120 Zimmer, auch von Doppelbelegungen ist die Rede! Wie das Amt für Wohnen und Migration mitteilt, sind Sozialräume, ein Waschsalon mit Café vorgesehen. "Das Entscheidende wird die Belegung sein", sagt Stadtrat Alexander Dietrich. Der sitzt für die CSU auch im Moosacher Bezirksausschuss (BA), und dort waren Anwohner des Dantebades aufgeschlagen, um Bedenken zu äußern.

SC Amicitia fühlt sich beeinträchtigt

Der SC Amicitia zum Beispiel hat sein Trainingsgelände gleich neben den Parkplätzen. Vorsitzender Peter Mayer sieht "eine Beeinträchtigung des Vereinsbetriebes auf uns zukommen". Durch das neue Gebäude entstünde ein Kessel, der Lärm für die Anwohner nehme zu. Ferner fehlten Freizeitflächen für die neuen Bewohner. Die müssten ihre Freizeit auf den Parkplätzen verbringen. Mayer fürchtet einen "sozialen Brennpunkt".

Dabei ist der Parkdruck bereits enorm, sagt Anwohnerin Anna Heliosch (43). Zwar fallen durch das Gebäude nur wenige Stellplätze weg, aber: "Es ist jetzt schon schwierig, Parkplätze zu finden", sagt Heliosch. Wenn Fußball- oder Footballspiele sind und das Schwimmbad aufhat, dann ist Land unter, sagt auch Mayer. Und hinzu kommt: Die Stadtwerke planen 120 neue Werkswohnungen anstelle der nahen Tennisplätze. "Vor zwei Jahren ist hier mal ein Sanka nicht durchgekommen, weil so chaotisch geparkt wurde", sagt Heliosch.

Einzelkabinen rufen Kritik hervor

Anwohnerin Ursula Harper (49) ist sauer wegen der Art der Unterbringung. Harper, die in der Flüchtlingshilfe engagiert ist, fehlt der Integrationsgedanke: "Das sind Einzelkabinen für alleinstehende Männer. Da ist keine Kommunikation möglich. Wie soll man sich da begegnen?"

Die Stadt will darauf achten, dass bunt gemischt wird, die Wohnungen nicht nur an anerkannte Flüchtlinge gehen - sondern zur Hälfte auch an Azubis oder Studenten. Harpers Alternativvorschlag: WGs! "Da habe ich einen Koch-Wohnraum, ein Bad und drei Zimmer. Da hat jeder seine Privatsphäre, aber es gibt auch einen Begegnungsraum. Und später kann man die Wohnung für Familien nutzen."

Der SC Amicitia schlägt derweil einen anderen Standort vor: entlang der Baldurstraße auf dem Gelände des Dantestadions. Dort wären ebenerdig Freiräume für den Aufenthalt zur Verfügung. Und das klingt ja schon mal ganz gut.

S. Karowski

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