Ehefrau zu Tode getreten und aufgeschlitzt

Angeklagter gesteht grausame Tat in diesem Haus

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Der Tatort in Haar: In diesem Mehrfamilienhaus geschah am 7. Mai 2015 der tödliche Gewaltexzess.

München - Ein dreifacher Familienvater steht vor Gericht, weil er seine Frau auf brutale Weise umgebracht hat. Der Angeklagte gesteht den grausigen Mord.

Sein Blick ist grimmig, der weiße Bart fein gestutzt. Im blauen T-Shirt setzt sich Saheb M. (53) auf die Anklagebank des Landgerichts. So sieht er also aus: Der Mann, der seine Ehefrau zu Tode getreten und dann aufgeschlitzt hat.

Es ist ein grausiger Mordfall, der selbst erfahrene Prozessbeobachter blass werden lässt. Brutal und menschenunwürdig. Mit vier wuchtigen Faustschlägen hatte Saheb M. seine Frau Aicha O. (41) am 7. Mai 2015 im Streit niedergestreckt. Seit 13 Jahren war das Paar verheiratet. Sie hatte ihm drei Kinder geschenkt. Aber Saheb M. trat mit bloßen Füßen in der gemeinsamen Wohnung in Haar auf seine Frau ein, gegen die Stirn, gegen den Kiefer, gegen die Wange, gegen den Schädel und mitten ins Gesicht. Laut Anklage 19 Mal - bis etliche Knochen zertrümmert waren und sie das Bewusstsein verlor.

Von ihr hatte sich der arbeitslose Ehemann provoziert gefühlt. "Du bist kein Mann", schimpfte sie laut Anklage, weil er keinen Job hatte, aber eine Zweitfrau wollte. Als sie ein Küchenmesser in die Hand nahm, rastete Saheb M. aus. "Sie wollten Ihre Frau bestrafen", begründete der Staatsanwalt die Mordabsicht. Denn als Aicha O. wehrlos am Boden lag, schnitt Saheb M. ihr die Kehle auf. "Die Verletzungen waren so gravierend, dass der Kopf beinahe vom Rumpf getrennt war", sagte Richter Norbert Riedmann. Der vierjährige Sohn der Familie sah seine Mutter so im Flur liegen.

Angeklagter bekundet sein Beileid für die Kinder

Weinend gestand Saheb M. am Mittwoch die Tat und berichtete von jahrelangen Eheproblemen. "Ich bitte um Verzeihung", bat er die Angehörigen. "Mein Beileid auch für meine Kinder, die dieses Schicksal tragen müssen."

Die Tat stellte Saheb M. anders dar. Er habe sich von seiner Frau durch das Messer bedroht gefühlt. "Sie wollte mich und die Kinder töten", behauptete er. Am Ende stach er aber zu! Nach der Tat rief der Mörder selbst die Polizei. "Meine Frau ist tot. Ich habe sie umgebracht", sagte er den Beamten, die ihn noch in der blutüberströmten Wohnung festnahmen. Nun droht Saheb M. lebenslange Haft. Für Richter Riedmann kommt die besondere Schwere der Schuld in Betracht. Er spricht das Urteil Ende April.

Andreas Thieme

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