DNA-Spuren des Verdächtigen gefunden

Frau erdrosselt? 39-Jähriger steht erneut vor Gericht

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Roman H. muss sich erneut vor Gericht verantworten.

München - Roman H. war bereits vor anderthalb Jahren vom Mordvorwurf freigesprochen worden. Nun steht er wegen desselben falls erneut vor Gericht.

Das Landgericht kennt Roman H. (39) gut. Es ist der Ort, wo er große Gefühle erlebt hat. Angst, als ihm im Oktober 2014 erstmals der Prozess gemacht wurde. Erlösung, als er im April 2015 freigesprochen wurde. Weinend fiel er damals seinen Verteidigern Anja Aringer und Tom Heindl um den Hals. Aus Mangel an Beweisen wurde Roman H. freigesprochen. Er war nicht der Mörder von Inge W., die in ihrer Wohnung in der Corneliusstraße niedergeschlagen und erdrosselt wurde. Das sah Richter Norbert Riedmann als erwiesen an.

Weil der Bundesgerichtshof das Urteil aber aufgehoben hatte, wird der Fall seit Dienstag neu am Landgericht verhandelt - dieses Mal vor der 11. Strafkammer, wo Richter Stephan Kirchinger den Vorsitz hat. Er muss erneut prüfen, ob Roman H. ein Mörder ist. Es wird, auch dieses Mal, kein einfacher Prozess. Denn die Beweislage ist schwierig.

DNA-Spuren an Kleidung von Opfer gefunden

Das Haus des Opfers.

Ermittler hatten DNA-Spuren von Roman H. in der Wohnung und an der Kleidung von Inge W. gefunden. Allerdings hatte der ihr mehrmals im Haushalt geholfen. Das macht ihn zwar verdächtig, aber nicht zwangsläufig auch zum Täter.

Der Angeklagte schweigt. Von ihm wird man kein Wort hören, so wie vor zwei Jahren. Umso mehr wird es im Prozess um die DNA-Spuren gehen. Diese sah der BGH nicht ausreichend gewürdigt. Daher die erneute Verhandlung. Jetzt sollen Experten aussagen.

Roman H. scheint davon bislang nicht beeindruckt. Er lächelt im Saal, trägt Hemd und Sakko. Sieht gepflegt aus. Er wirkt wie ein anständiger Mann. Aber die Staatsanwaltschaft hält ihn für einen Mörder. Am Ende des Prozesses wird er lebenslang in Haft müssen - oder für immer frei sein.

Andreas Thieme

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