Prozess gegen Robert S.

Mord an Ehefrau: "Sie bat mich, sie zu töten"

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Der Angeklagte Robert S.

München - Robert S. steht seit Dienstag wegen Mordes vor Gericht. Am ersten Prozesstag packt er aus: Es soll sich um einen erweiterten Suizid handeln. Seine Frau hätte um ihren Tod gebeten.

Robert S. (56) setzt sich ganz ruhig auf die Anklagebank. Zu Beginn muss der grau-blonde Mann mit dem Kinnbart seine ­Personalien angeben: 56 Jahre alt, zuletzt selbständiger Kaufmann, wohnhaft in Anzing (Kreis Ebersberg). „Familienstand: jetzt verwitwet“, sagt der Richter. „Ja“, ­bestätigt Robert S. und blickt zu Boden. Er selbst hat dafür gesorgt, dass er nun Witwer ist. Am 29. Mai hat er seine Frau ­Karin (66) umgebracht – und drei Tage nach buddhistischem Ritus in der Badewanne aufgebahrt. Nach dieser Zeit wollte er sich selbst töten.

Doch es kam anders: Seit Dienstag sitzt er nun wegen Mordes vor dem Schwurgericht München II. Robert S. schildert die Tat: ­Demnach hätte es sich um einen so genannten erweiterten Suizid ­handeln sollen. Seine Frau hätte ihn darum ­gebeten. Seit Langem schon beschäftigte sich das Paar mit dem Gedanken, wie es ihnen ergehen würde, sollten sie schwer krank und pflegebedürftig werden. Hinzu kamen finanzielle Probleme. Seinen Job bei Siemens hatte Robert S. verloren, war nun Weinhändler. Die Zwangsversteigerung des Hauses stand bevor. Seine Frau habe gesagt, wenn auch noch das und der Garten weg seien, habe alles gar keinen Sinn mehr. Der Prozess dauert an.

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