Gerüchteküche brodelt

Meier-Nachfolge: Stühlerücken im Rathaus?

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Im Rathaus wird am Dienstag diskutiert und nicht entschieden. Doch einige Nachfolger für den Posten von Brigitte Meier stehen bereits ind en Startlöchern.

München - Am Dienstag wird im Rathaus über die Causa Brigitte Meier beraten. Am Mittwoch soll es einen Entscheidung geben. Es kursieren bereits Gerüchte über potentielle Nachfolger.

Hat das Rumgemeier jetzt ein Ende? Die Diskussion um Sozialreferentin Brigitte Meier (51, SPD) ebbt nicht ab. Nach den Fraktionsgesprächen am Montag Abend steht zumindest fest: Mit einer Entscheidung pro oder kontra Meier ist am Mittwoch zu rechnen. Die SPD steht wohl offiziell hinter ihrer Referentin. Die CSU – so war zu vernehmen – will die öffentliche Reaktion auf die Zahlen abwarten, die am Dienstag im Rechnungsprüfungsausschuss präsentiert werden. Ein klares Ja zu Meier gilt aber nicht als ausgemacht. Dass die Ergebnisse der Rechnungsprüfer nun öffentlich behandelt werden, ist wohl ein Verdienst der Grünen. Die hatten sich nämlich beschwert, weil das Papier wieder nur innerhalb der GroKo herumgereicht wurde.

Die Vize-Fraktionschefin der SPD, Beatrix Zurek.

Allerdings gibt es bei der SPD einen Plan B, falls Meier doch noch über die verspätete Abrechnung bei der Betreuung jugendlicher Flüchtlinge stürzen sollte. Wie zu erfahren war, ist die Fraktion gedanklich Alternativen durchgegangen. Zumindest werden zwei Namen genannt. Beatrix Zurek ist der eine. Die 56-Jährige ist nicht nur Vize-Fraktionschefin in der SPD, sondern auch in eigener Kanzlei als Juristin tätig. Zudem kann sie als Vorsitzende des Mietervereins München und des Bayerischen Mieterbunds mit schwierigen Themen umgehen. Problem: Zurek sollte Rainer Schweppe als Referent für Bildung und Sport folgen. Dann müsste man dafür jemand Neues finden.

Brigitte Meier, hier bei einem Gespräch in der tz-Redaktion, brachte 15 000 Flüchtlinge in München unter. Stolpert sie nun über Abrechnungsfehler von Kollegen?

Der zweite Name: Christian Müller. Der 48-Jährige ist Fachbereichsleiter Kindertagesstätten bei der Caritas und Koreferent im Sozialreferat. Gegen ihn spricht der fehlende Universitätsabschluss, den er als Qualifikation bräuchte. Außerdem heißt es, das von Sozialpädagogen geprägte Referat brauche einen Chef, der mit Zahlen umgehen könne. Müller selbst weist alle Ambitionen von sich: „In meiner Welt bleibt Frau Meier Sozialreferentin.“ Auch Zurek dementiert: „Ich kandidiere als Bildungsreferentin und weiß nicht, woher solche Gerüchte kommen.“

Für OB Dieter Reiter (57, SPD) ist das Problem: Hält er an Meier fest, hängt er mit drin, wenn etwas schiefläuft. Bei den Leerständen in der Piloty- und der Rothmundstraße sowie dem Elendshaus in Kirchtrudering machte Meiers Haus schon keine gute Figur. Derzeit ist Meier noch die Referentin von Reiters Amtsvorgänger Christian Ude (SPD). Mit Meiers Wiederwahl wäre sie Reiters Referentin. Allerdings wird sie, so heißt es, auch von Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) gestützt.

Johannes Welte

Johannes Welte

E-Mail:Johannes.Welte@tz.de

Sascha Karowski

Sascha Karowski

E-Mail:sascha.karowski@tz.de

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